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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Jesser, Franz

Publizist, Volkstumspfleger

* 1869, 01.07.
Zwittau/Mähren

† 1954, 16.03.
Frankfurt/Main

Erstmals im Jahre 1902 wurde der Begriff „Sudetendeutsch“ im modernen politischen Sinne gebraucht. Es geschah in einem Aufsatz von Franz Jesser. Schon in einer altrömischen Landkarte tritt der Name „Sudeta“ für ein Waldgebirge im Nordwesten Böhmens auf. Auch im Frankfurter Parlament von 1848 wurde von einem Abgeordneten der Begriff „sudetisch“ und „Sudetenland“ gebraucht. Aber erst nach Jessers Veröffentlichung bürgerte sich diese Bezeichnung für die Sudetenländer als eine Parallele zu den Donau-, Alpen- und Karpatenländern ein. In wenigen Jahrzehnten wurde diese Bezeichnung zu einem weltweit bekannten Begriff. Franz Jesser hatte sich als Wanderredner, besser noch als Wanderlehrer, große Verdienste für die Volkstums- und Volkskunstpflege erworben. Er war 1911 in den Österreichischen Reichsrat gewählt worden und war von 1920 bis 1933 Mitglied des Prager Senats. Die philosophische Fakultät der Deutschen Universität zu Prag verlieh ihm 1929 die Ehrendoktorwürde. Er hat sich um die Erhaltung des Deutschtums in den Sudetenländern große Verdienste erworben.

(1979)

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