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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Jordan, Wilhelm

Schriftsteller

* 1819, 08.02.
Insterburg/Ostpr.

† 1904, 25.06.
Frankfurt/Main

Er studierte in Königsberg/Pr. Theologie und Philosophie, ließ sich als Schriftsteller 1845 in Leipzig nieder, wurde 1846 wegen Preßvergehens ausgewiesen, lebte als Lehrer und Journa­list in Bremen, Paris und Berlin. Im Jahre 1848 war er liberales Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und vorübergehend Ministerialrat für Marineangelegen­heiten. In der Folgezeit galt er als markanter Vortragskünstler seiner eigenen Dichtungen. Jordan war als Schriftsteller außerordentlich produktiv; das Anliegen seiner Vortragsreisen bestand in dem Versuch einer Wiederbelebung des altdeutschen Epos. Seine in Stabrei­men gedichteten „Nibelungen“, eine Umdichtung der Nibelungensage (1867/74), durch die er zu seiner Zeit eine große Wirkung ausgeübt hat, erlebten viele Auf­lagen. Diesem Werk gegenüber verblaßten seine politi­schen, schließlich nationalistischen Dichtungen und Romane sehr bald. Jordan ist auch als Übersetzer Homers, der Edda und der Dramen von Shakespeare bekannt geworden.

(1969)

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