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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Jung, Peter

Lyriker, Journalist, Redakteur

* 1887, 01.04.
Hatzfeld

† 1966, 24.06.
Hatzfeld

Peter Jung wurde als erster Sohn des Kleinbauern und späteren Ziegelbrennmeisters Mathias Jung und dessen Ehefrau Katharina, geb. Reichhardt, geboren. Die Mutter starb bald nach der Geburt seines Bruders Mathias an Typhus, als Peter fünf Jahre alt war. Sein Vater heiratete dann die sieben Jahre jüngere Schwester seiner verstorbenen Frau. Mit ihr hatte er fünf Kinder, so dass Peter mit sechs Geschwistern aufwuchs. In der Hatzfelder Elementarschule wurde er in deutscher, in der Bürgerschule in ungarischer Sprache unterrichtet. Der Vater wollte den begabten Jungen studieren lassen, da aber die Mittel fehlten, kam der Zwölfjährige als Hilfskraft in die Feinkostgroßhandlung seines Onkels nach Budapest, wo er abends auch eine dreijährige Handelsschule besuchte. 1907 bis 1914 wechselte er neunmal die Stellung, arbeitete zuerst als Sekretär, dann als Korrespondent, später als Buchhalter und Kanzleichef in verschiedenen Betrieben der ungarischen Hauptstadt. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Infanterist an der Front in Galizien und Südtirol teil, wurde mehrfach verwundet und ausgezeichnet. Das Soldatenleben verabscheute er. Nach dem Krieg war er wieder in Budapest, wo er die Räterepublik miterlebte und mit ihr sympathisierte, was ihm später den Vorwurf einbrachte, ein „Roter“ zu sein. Vor dem Terror der Horthy-Diktatur floh er 1920 in die Heimat. Im selben Jahr begann seine über 30 Jahre währende journalistische Karriere. Zunächst wurde er auswärtiger Mitarbeiter der Großbetschkereker Neuen Zeit und des Neusatzer Deutschen Volksblattes, wo auch seine von ihm als ausgereift befundenen Gedichte erschienen. Einige seiner Feuilletons brachte der Werschetzer Deutsche Volksfreund, das Banater Tagblatt u.a. Blätter. An der Gründung des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes in Jugoslawien nahm er regen Anteil, lebte aber weiterhin in Hatzfeld. Im Sommer heiratete er Theresia Weidner, die Tochter eines Hatzfelder Gewerbetreibenden; die Ehe blieb kinderlos. Im Herbst 1920 übernahm er acht Jahre lang die verantwortliche Schriftleitung der 1888 gegründeten bürgerlich-nationalen Hatzfelder Zeitung, die zum mutigsten Sprachrohr der deutschen Bewegung des Banats wurde. Jungs auf Gerechtigkeit pochende Leitartikel waren vielfach richtungweisend für die Neugestaltung der politischen Verhältnisse. Als Hatzfeld am 8. April 1924 zu Großrumänien kam, wurde Jung äußerer Mitarbeiter der Schwäbischen Volkspresse und etwas später der Temes­va­rer Zeitung, desgleichen der Hermannstädter Deutschen Tagespost. Weiterhin war er 1928-31 interner Mitarbeiter der Banater Deutschen Zeitung in Temeswar, zwischenzeitlich ex­terner Mitarbeiter des Siebenbürgisch-deutschen Tageblatts in Hermannstadt, der Kron­städter Zeitung und auch der Arader Zeitung geworden, vorübergehend auswärtiger Mit­arbeiter der Temesvarer Zeitung, bevor er Anfang 1932 nach Hatzfeld zurückkehrte und abermals die Schriftleitung der Hatzfelder Zeitung übernahm bis zu ihrer von Volksgruppenführer Andreas Schmidt verfügten Einstellung. Von 1935 bis 1943 war er äußerer Mitarbeiter der Südostdeutschen Tageszeitung, welche die Banater Deutsche Zeitung ersetzte. Von 1943 bis September 1945 mit Veröffentlichungsverbot belegt, war Jung arbeitslos. Danach wurde er bis Ende 1947 auswärtiger Mitarbeiter der in Temeswar ansässigen sozialdemokratischen Freiheit, Anfang 1948 Hatzfelder Mitarbeiter der Temes­varer Zeitung, von der ihn in derselben Funktion 1949 die Bukarester Tageszeitung Neuer Weg ein halbes Jahr lang als auswärtigen Mitarbeiter übernahm. Jung führte als Berichterstatter und Mitarbeiter der genannten Presseorgane ein Leben unter ständigem Termindruck, verdiente aber nie genug, um auch nur vorübergehend sorglos leben zu können. Dennoch woll­te er nicht in der Fabrik arbeiten, um stets ungebunden seiner dichterischen Berufung nachgehen zu können. Die letzten Jahre vor seiner Pensionierung 1950 bis 1953 wurde er als Abteilungsleiter Beamter in der staatlichen Hatzfelder Ziegelfabrik Ceramica. Peter Jung starb im Alter von 79 Jahren in seiner geliebten Heimatgemeinde kurz nach deren 200-Jahr-Feier.

Mit siebzehn Jahren entdeckte Peter Jung sein poetisches Talent und schrieb erste Verse in ungarischer Sprache, die auch veröffentlicht wurden. Mit 23 Jahren gab er seiner deutschen Muttersprache den Vorzug, ein mutiger Schritt für einen Banater Schwaben im repressiven Klima der Magyarisierungspolitik vor 1918. Seine fundierte Bildung erwarb er sich autodidaktisch. Tiefgreifend hat ihn Goethes Faust geprägt, den er weitgehend auswendig kannte. Als Balladendichter war ihm Schiller Vorbild. Heines Lyrik bewunderte er, sie blieb aber ohne Auswirkung auf sein eigenes Schaffen, sieht man einmal davon ab, dass Jung sich von Heines Buch der Lieder zu seiner Werkeinteilung in Zyklen und Bücher anregen ließ. Auch die schwermütigen Gedichte Lenaus erschütterten ihn zwar, erzeugten aber nicht die eigenwüchsige Melancholie, deren Ursprung Jung der Banater Landschaft selbst zuschrieb. Eng vertraut war ihm die Literatur von Klassik, Romantik und Realismus im deutschen Sprachraum und im ungarischen Schrifttum, immerhin war er zwanzig Jahre lang in Budapest beheimatet. Belesen war Jung auch in der Literatur anderer europäischer Nationen, bei den Weltweisen von der Antike bis zur Neuzeit und nicht zuletzt in Talmud, Bibel und Koran.

Peter Jungs Weltanschauung wurde geformt von epochalen Umwälzungen. Er war ein wacher Beobachter des Zeitgeschehens, der den Glanz der ungarischen Monarchie ebenso erlebte wie ihren Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg, die beginnende Industrialisierung mit ihren sozialen Kämpfen, die Herrschaft des „faschistischen Geiers“ und später den Kommunismus. Ohne sich an eine politische Richtung zu binden, blieb er stets deutschen Traditionen verbunden, legte Wert auf muttersprachlichen Unterricht und freie kulturelle Entfaltung der eigenen Minderheit. Der „Deuter der Stammeseigenschaften“ der Banater Schwaben respektierte aber zugleich die Werte und Vorzüge der Nachbarvölker. Als „Fanatiker des Rechts“ stellte er sich auf die Seite der Armen und Schwachen, ein beträchtlicher Teil seiner Dichtung ist ohne ideologische Engführung sozialkritisch. Zum wechselnden Zeitgeist wahrte er Distanz, ging in Opposition zu Krieg und Ausbeutung und nahm dafür persönliche Nachteile in Kauf, appellierte an die Verantwortung des Wissenschaftlers bei Kernspaltung und Raum­fahrt, plädierte für die ehrliche Arbeit, die dem menschlichen Leben Sinn und Halt verleiht, besonders wenn sie eingebunden ist in die Gemeinschaft, verwurzelt im bäuerlichen Lebenskreis und aufgehoben in göttlicher Ordnung. Jung war ein zutiefst bodenständiger, dem Bauernstand verpflichteter, religiöser und gläubiger Mensch, der sich in der katholischen Kirche beheimatet wusste, aber sich seinen Blick auf Theologie und Spiritualität nicht einengen ließ. Der religiöse Grundzug seiner Dichtung entsprach nicht dem Geschmack einer atheistischen Staatsführung, deshalb wurde Jung notgedrungen zum einsamen Rufer in der Wüste, der den „Willen zur Seele und damit den Glauben an die Würde des Menschen lebendig erhalten hat über die triste Zeitspanne des atheistischen und menschenverachtenden Kommunismus hinweg“ (H. Bräuner). Wenn er seine Heimat bis zum Gartenlaubenhaften idyllisierte und von der Natur bis zur Verharmlosung schwärmte, darf man dies nicht vorschnell als romantische Schönfärberei abtun, es war sicherlich auch Zuflucht zum Heilen und Heiligen in einer zerrissenen und profanisierten Umwelt, ein Quell der Kraft, der ihm die Loslösung vom Tagesgeschehen und die dichterische Deutung geschichtlicher Vorgänge erleichterte. Auch sein Hei­mat­bild hat sich in dieser dialektischen Spannung tiefgreifend gewandelt.

Jung hat als Literat viel gearbeitet. Angeregt von Kleinigkeiten, denen der Frühaufsteher auf seinen ausgedehnten Spaziergängen im Feld begegnete, formulierte er im Kopf, was er nach seiner Rückkehr fertig notierte, wenn er sich mangels eines Arbeitsplatzes Pfeife schmauchend an den Küchentisch setzte. Hatte er ein Gedicht niedergeschrieben, pflegte er es seiner Frau vorzulesen; war aber häufig unzufrieden und voller Zweifel und legte nächsten Tags die Feile an, selbstkritisch verwarf er manchmal größere Teile seiner Schöpfungen. Auch an sich selbst hat er unaufhörlich gearbeitet. In den dreißiger Jahren schulte er seine poetische Sprache am Niveau moderner deutscher Poesie und suchte abgenutztes Sprachgut, dem er in seinem Krähwinkel teils auszusitzen meinte, hinter sich zu lassen.

In Zeitungen, Zeitschriften, Kalendern und Anthologien fanden Jungs Schöpfungen vor die Öffentlichkeit, das meiste aber an Strophen, Sprüchen, hymnischen Aufschwüngen und Bekenntnissen, das der überaus produktive Poet im Lauf seines langen Lebens zu Papier brachte, war für die Schublade bestimmt. Da er sich weder von rechts noch von links vereinnahmen ließ, kam eine Werkausgabe nie zustande. Erst 1961, als er schon 75 Jahre alt war, erschien in Bukarest zu seiner großen Freude der schmale Band Heidesymphonie, eine chronologisch geordnete Auswahl von Gedichten, die einzige zu seinen Lebzeiten. Vertreten sind darin neben Naturlyrik und Liebesgedichten vor allem zeitgeschichtliche und sozialpolitische Themen bis hin zum Kampf gegen den Atomkrieg und die Wiederaufrüstung Westdeutschlands. Die Auflage von 490 Exemplaren war sofort vergriffen. Nach Aussage der Witwe Therese Jung hätte ihr Mann gern seine gesammelten Werke veröffentlicht gesehen, bekam aber zu seiner bitteren Enttäuschung gebundene Manuskripte nicht zurück, die er zur Drucklegung verschickt hatte. Daher ist ein Teil seiner Manuskripte heute verschollen. Große Hoffnung setzte Jung schließlich auf eine Gesamtausgabe seiner Gedichte in Deutschland und übergab zu diesem Zweck Hans Diplich mehrere Konvolute. Dieser erklärte sich bereit, eine Auswahl zu treffen, blieb aber ohne Antwort: Der Dichter Peter Jung war gestorben.

Sowohl in Belletristik als auch in der Publizistik verurteilte Jung die Rassenideologie des Nationalsozialismus, die er schon zu Beginn der dreißiger Jahre für die deutschen Minderheiten ablehnte. 1939 bekräftigte er diese Haltung anläßlich des politischen Geplänkels in der Presse über eine Umsiedlung der Banater Schwaben ins Deutsche Reich in seinem Gedicht Kein Schwabe siedelt um! Mit Kaspar Muth, dem konservativen Ob­mann der „Deutsch-schwäbischen Volksgemeinschaft“, ent­zweite er sich und verlor dadurch 1931 seinen Redak­teurs­posten bei der Banater Deutschen Zeitung. 1943 wurde er von jeglicher Mitarbeit an der gleichgeschalteten Presse ausgeschlossen. Es wurde still um den vereinsamten und zunehmend depressiven Dichter, was auch vielen seiner pessimistischen Verse anzumerken ist. Der kritischen Haltung Jungs widerspricht offenbar lediglich ein 1943 in Hatzfeld unter dem Titel Stunde der heimischen Kunst erschienenes Heft, das 16 Gedichte enthält, die alle unverfänglich sind, mit Ausnahme eines einzigen mit dem Titel Die Hakenkreuzfahne. Gerade zur Zeit des „Hitlerismus“ entstanden aber auch die meisten seiner sozialkritischen Gedichte.

Das literarische Schaffen Peter Jungs besteht vornehmlich aus Gedichten und Sprüchen. Der Autor pflegte seine Schöpfungen mit Schreibmaschine abzutippen und sie in Quartmappen binden zu lassen. Kurz vor seinem Tod hat er selbst sein Werk geordnet. Den Nachlass hat seine Frau verwaltet und ihn 1980 freigegeben. Er enthält nachstehende 16 Bände, zur ersten Hälfte weltlichen, zur zweiten religiösen Inhalts: 1. Das Buch der Heimat. Jung preist in 365 Gedichten oder 9.315 Versen seine geliebte Heimat; 2. Das Buch der Gesänge behandelt in 745 Gedichten oder 11.420 Versen die Themen Natur, Pflanze, Tier, Mensch, Sehnsucht, Treue, Liebe; 3. Das Buch der Bilder umfasst 399 Gedichte oder 3.256 Verse und behandelt folgende Themen: Die vier Jahreszeiten, Die sechs Erdteile, Sagen und Gestalten aus den griechischen, römischen, deutschen Helden- und Göttersagen, Riese und Zwerg, Persönlichkeiten, Berufe; 4. Das Buch der Einkehr behandelt in 165 Gedichten oder 2.955 Versen verschiedene Themen; 5. Das Buch der Balladen enthält 63 Balladen mit 5.875 Versen; 6. Das Buch der Zeitenwende beinhaltet 92 Gedichte mit 3.659 Versen; 7. Das Buch der Sprüche umfasst auf 655 Tippseiten 6.541 Sinnsprüche, davon 3.271 Vierzeiler und 3.270 Zweizeiler, zusammen 19.624 Verse; 8. Pesti virágok (Pester Blumen – Gedichte in ungarischer Sprache) enthält 73 Gedichte mit 1.000 Versen; 9. Das Buch der Bücher erzählt das Alte Testament in 2.771 Gedichten oder 22.168 Versen nach; 10. Das Buch des Glaubens enthält 184 religiöse Gedichte und Gesänge mit 3.568 Versen; 11. Bilder aus beiden Testamenten hat 106 Gedichte mit 848 Versen; 12. Das Marienbuch stellt eine Huldigung Mariens dar und umfasst in 155 Gedichte oder 2.117 Versen folgende Kapitel: Huldigung Mariens, Marienblüten, Marienpreis, Ranken um Bethlehem, Huldigung der Blumen, der Hochheilige Rosenkranz, Marienleben; 13. Das Heilandsbuch erzählt in 239 Gedichte oder 2.640 Versen das Neue Testament nach; 14. Das Heiligenjahr. Hier werden die Heiligen aller 365 Tage des Jahres in Achtzeilern mit 2.344 Versen gewürdigt; 15. Auf göttlichen Pfaden umfasst 75 Gedichte mit 600 Versen; 16. Das Buch Der Ewige behandelt in 108 Gedichten oder 1.015 Versen religiöse Themen. Es existieren außerdem zahlreiche nicht eingeordnete, teils unvollendete Gedichte, Gelegenheitslyrik, Gedankensplitter in ungarischer Sprache sowie zahlreiche Briefe. Insgesamt hat Peter Jung etwa 12.500 Gedichte in über 92.400 Versen hinterlassen, das allermeiste davon ist unveröffentlicht geblieben. Dr. Alex­ander Krischan, ein Lands­mann des Dichters aus Hatzfeld, hat zu Jungs Nachlass (Manuskripte, biographische Skizzen, Gedenkartikel, Fotos usw.) ein Gesamtverzeichnis erstellt und ihn 1984 an die Bayerische Staatsbibliothek vermittelt. Dort wird er in der Manuskriptabteilung unter der Signatur „Jungiana“ verwahrt.

An einer von der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld projektierten Gesamtausgabe der Werke Jungs arbeitet Nikolaus Horn, sie wird sich aber mangels Nachfrage wohl nicht in Buchform, sondern nur digital verwirklichen lassen. Immerhin hat die Kulturgesellschaft Hatzfeld 1993 mit dem Buch der Sprüche eine Auswahl aus dem vielleicht am wenigsten bekannten Teil des literarischen Werkes ediert. Mit ca. 4.500 Versen ist etwa ein Viertel der gesamten Spruchdichtung Jungs in dem Band erstmals greifbar. Jung führte seine Vorliebe für die Spruchdichtung auf Goethes Faust zurück. Etwa ein Fünftel seiner Dichtungen besteht aus Sinngedichten, sich stets abwechselnden und gereimten Zwei- und Vierzeilern mit lehrhafter Tendenz, die eine kaum eingrenzbare Vielfalt von Themen in apho­ristischer Kürze ausloten. Damit kommt Jung innerhalb der deutschsprachigen Literatur des Banats eine singuläre Rolle zu. Aus den hier entfalteten Einsichten in Leben und Denken spricht, über das Banater Deutschtum hinaus ins allgemein Menschliche weisend, die Lebensweisheit und die ethische Grundhaltung eines weitblickenden Humanisten.

Viele der Jungschen Gedichte sind von Wilhelm Ferch, Emmerich Bartzer, Josef Linster und Johann Weber vertont, manche der Lieder von Chören gesungen worden. Linsters Vertonung der Ode Mein Heimatland, Banater Land war im ganzen Banat verbreitet.

Als Schriftleiter und Zeitungsschreiber hat Jung im Lauf seines Lebens eine kaum überschaubare Vielzahl von Leitartikeln, Studien, Berichten, Abhandlungen und Aufsätzen geschrieben, die zu kulturellen, politischen, lokalhistorischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen Stellung nehmen.

Um ihm die Zeit seines Lebens weitgehend versagt gebliebene Wertschätzung posthum doch noch zuteil werden zu lassen, hat die Heimatortsgemeinschaft 1999 eine Gedenktafel an Peter Jungs Wohnhaus angebracht und 2001 im Zentrum von Hatz­feld ein Denkmal in Form einer Bronzebüste errichtet. Auch eine Straße trägt seinen Namen. Nicht zuletzt wurde den heutigen Bewohnern die ins Rumänische übertragene Poesie des „Sängers der Banater Heide“ von der Lokalzeitung Observator de Jimbolia vorgestellt sowie in einer deutsch-rumä­ni­schen Parallelausgabe (2001) zugänglich gemacht.

Eigenständige Veröffentlichungen: Stunde der heimischen Kunst (12 Gedichte), hrsg. v. d. Wehrgemeinschaft schwäbischer Künst­ler und Kunstfreunde, Johann Schmidt Verlag, Hatzfeld 1943, 16 S. – Heidesymphonie. Verse aus vier Jahrzehnten, Literatur-Verlag, Bukarest 1961, 174 S.

Posthum erschienene Einzelausgaben: Das Land, wo meine Wiege stand, hrsg. v. Franz Th. Schleich, Temes­war 1980, 144 S. – Das Buch der Sprüche. Sinngedichte, Hrsg. Kulturgesellschaft Hatzfeld e. V. unter Leitung v. Nikolaus Horn u. Hans W. Krutsch, Nürnberg 1993, 236 S. – Artikel und Aufsätze [aus dem Nachlaß, von und über Peter Jung, o. J., o. S., Hektogr.], im Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen unter der Signatur 12 C 6, darin u.a.: Deutscher Volkstumskampf im Südosten 1921-1941. Gedan­ken und Überlegungen von Peter Jung. – Anton Palfi: Das Bild der Banater Landschaft in der Lyrik Peter Jungs (1970). – Hans Bräuner (Hrsg.): Auswahl P. Jungscher Gedichte nach Stoff- und Motivkreisen, HKV-Verlag, Nürnberg 1996, 115 S. – Du meine Heimat, mein Banat! Gedichte, Ausgabe von Simion Dănilă und Nikolaus Horn. Rumänische Fassung von Simion Dănilă, Mari­neasa Verlag, Temes­war 2001, 360 S.

Lit.: Leonhard Kartye, Offene Antwort für Peter Jung, in: Banater Ar­beiterpresse v. 18.9.1926, S. 2. – Leonhard Kartye: In eigener Sache, in: Banater Arbeiterpresse v. 5.3.1927, S. 2. – Banater deutsche Dichter, in: Schwäbischer Volkskalender 1933. – Das Lenaufest vom 15. Au­gust, in: Bogaroscher Zeitung v. 13.8.1933, S. 2. – Anton Valentin, Deutsches Geistesleben im Banat?, in: Klingsor 1936, S. 106-110. – Ders., Peter Jung. Zu seinem 50. Geburtstag, in: Banater Monatshefte 1936/38, H. 5, S. 145-47. – Martha Petri, Donauschwäbisches Dichterbuch, Wien und Leipzig 1939, S. 32. – Anton Valentin, Neuestes donauschwäbisches Schrifttum, in: Schwäbischer Volkskalender 1940, S. 119. – Heinz Stanescu, Dichter seiner Heimat. Peter Jung 70 Jahre alt. Kultur und Fortschritt, in: Die Wahrheit v. 2.8.1957, S. 3. – Ders, Zum 70. Geburtstag Peter Jungs, in: Neue Literatur 1957/4. – Frank Vally, Hatzfeld ehrt seinen Dichter, in: Die Wahrheit v. 15.4.1958, S. 3. – Anton Scherer, Die nicht sterben wollten. Ein Dichterbuch, Pan­nonia Verlag, München 1959, S. 244. – Michael Bürger, Besprechung von „Heidesymphonie“, in: Neue Literatur 1961/6, S. 149 f. . – (J. M.), Peter Jung, der Sänger der Banater Heide. Sein Gedichtband „Hei­desymphonie“ in Bukarest jetzt erschienen, in: Der Donauschwabe v. 18.2.1962, S. 4. – Franz Liebhard, Ein Gedenkblatt für Peter Jung, in: Neuer Weg v. 20.8.1966, S. 3. – (j. g.), Peter Jung ist tot. Dichter, Kämpfer und Sänger der Banater Heide, in: Der Donauschwabe v. 25.9.1966, S. 3. – Franz Liebhard, Peter Jung zum Gedächtnis, in: Neue Literatur 1966/9-10, S. 96. – Peter Jung (3. April 1887 – 24. Juni 1966) (Fotoporträt), in: Der Donauschwabe v. 13.11.1966, S. 3. – Heinrich Zillich, Peter Jung †, in: Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1966/4, S. 241. – Grabstein für den Banater Dichter Peter Jung. Seine Landsleute in Amerika spendeten das nötige Geld, in: Der Donauschwabe v. 25.4.1971, S. 4. – Hans Bräuner, Peter Jung – Dichter der Banater Heide. Aus Leben und Werk mit „Letztwilliger Verfügung“ und „Lied eines Heimatlosen“ (Fotoporträt), in: Der Donauschwabe v. 11.7.1971, S. 3, Fortsetzungen: 25.7., S. 6 /8.8., S. 5 /22.8., S. 7 /5.9., S. 4. – zu Peter Jung vgl. Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1971/2, S. 125 /SV 1971/4, S. 261. – Anton Palfi, Das Bild der Banater Landschaft in der Lyrik Peter Jungs. Diplomarbeit, Universität Temeswar 1971. – Ders., Ein Dichter seiner Landschaft, in: Neue Banater Zeitung v. 27. 6.1971, S. 5. – Stefan Binder, Deutsche Dichtung in Rumänien, in: Neue Banater Zeitung v. 5. /6.1.1973. – Peter Jung, in: Marksteine. Literaturschaffende des Banats, hrsg. v. Heinz Stanescu, Facla Verlag, Timişoara 1974, S. 257 -265. – Karl Streit u.a., Die rumäniendeutsche Gegenwartslyrik. Versuch einer Bestandsaufnahme und Interpretation. Peter Jung, in: Volk und Kultur 1974/2. – Hans Diplich, Essay. Beiträge zur Kulturgeschichte der Donauschwaben, Verlag Ermer KG, Homburg/Saar 1975, S. 126. – Peter Jung – Literaturlexikon, in: Neue Banater Zeitung-Kulturbote v. 24.6.1975, S. 5. – Franz Schleich, Über alles liebte er seine Heimat. Zum 10. Todestag von Peter Jung. Gespräch mit Therese Jung (Fotos), in: Neue Banater Zeitung-Kulturbote v. 17.6.1976, S. 2/3. – Peter Jung zum Gedenken (1887-1966), in: Der Donauschwabe v. 22.8.1976, S. 3. – Luzian Geier, Peter Jung in den „Banater Monatsheften“. Der Jimboliaer Lyriker und seine Mitarbeit an dieser Zeit­schrift, in: Neue Banater Zeitung-Heideblatt v. 24.10.1978, S. 3. – Aus meinem Leben (IV). Aufzeichnungen aus dem Leben Peter Jungs im Besitze Therese Jungs, in: Neue Banater Zeitung v. 22.4.1980, S. 3. – Dichterischer Nachlaß Peter Jungs in der Bayerischen Staatsbibliothek. Herzenswunsch der Witwe des Dichters ging damit in Erfüllung, in: Der Donauschwabe v. 11.12.1983, S. 1/6. – Luzian Geier, Peter Jung. Kleines NBZ-Lexikon. Banatdeutsche Persönlichkeiten, in: Neue Banater Zeitung v. 18.12.1983, S. 2/3. – Alexander Kri­schan, Dichterischer Nachlaß Peter Jungs in der Bayerischen Staatsbibliothek, in: Beiträge zur deutschen Kultur. Vierteljahresschrift. Forschungen und Dichtungen, Aufsätze und Berichte, hrsg. v. Hans Weresch u. Horst Fassel, 1. Jg, F. 3, Freiburg 1984, S. 91-94. – Hans Bräuner, Peter Jungs Leben, Denken und Schaffen, in: Beiträge zur deutschen Kultur 1985, Folge 2, S. 5-19. – Nikolaus Engelmann, Land und Leute in Peter Jungs literarischem Werk, ebd. S. 19-31. – Hans Weresch, Peter Jungs Identität im Spiegel seiner Dichtungen, ebd. S. 32-43. – Im Mittelpunkt, Peter Jung und sein dichterisches Werk, in: Der Donauschwabe v. 26.7.1985, S. 7. – Hans Werner Krutsch, Peter Jung – der große Hatzfelder Dichter. Ein Mann, der konsequent blieb – er ließ sich weder vor den „braunen“ noch vor den „roten“ Karren spannen (Fotoporträt), in: Der Donauschwabe v. 2.8.1987, S. 3 f. – Alexander Krischan, Bibliographie der Zeitungsaufsätze Peter Jungs 1920-1957, in: Beiträge zur deutschen Kultur IV (1987), Heft 3/4. – H. Bräuner/M. Schwarz, Peter Jung, in: Heimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat, Marquartstein 1991, S. 510-15. – Bespr.: Hans Werner Krutsch/Nikolaus Horn, Peter Jung: Das Buch der Sprüche. Sinngedichte, in: Banatica 1993/4, S. 57. – Nachschlagewerk und Dokumentation. Kulturgesellschaft Hatzfeld: „Das Buch der Sprüche“ von Peter Jung, in: Der Donauschwabe v. 23.1.1994, S. 5. – Herbert Mühlroth, Dichterlob oder Dichterleid. Zur Neuerscheinung „Das Buch der Sprüche“ aus dem Nachlaß von Peter Jung, in: Banater Post v. 5.2.1994, S. 3. – Hans Vastag, Heraus­ge­berlob und Herausgeberleid, in: Banater Post v. 5.3.1992, S. 8. – Vom „Faust“ nie losgekommen. Eine Erinnerung an den Hatzfelder Lyriker Peter Jung /Mein Lebensweg. Autobiographische Angaben Peter Jungs, in: Der Donauschwabe v. 1.7.2001, S. 8. – Hatzfelder Tage mit kulturellen Schwerpunkten. Peter-Jung-Büste enthüllt. Neuerscheinungen über Peter Jung und Stefan Jäger, in: Banater Post v. 20.9.2001, S. 13. – Helmine Buchsbaum, Über das Schaffen von Peter Jung, in: Banater Post v. 20.11.2002, S. 9.

Stefan P. Teppert

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