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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Kossinna, Gustav

Siedlungsarchäologe

* 1858, 29.09.
Tilsit/Ostpr.

† 1931, 20.12.
Berlin

Vor 50 Jahren starb der Vorgeschichtler Gustaf Kossinna, der zur den bekanntesten Gelehrten auf dem Gebiet der deutschen Archäologie gehört und sich große Verdienste um die deutsche Vorgeschichte erworben hat. Sein Lehrer Karl Müllenhoff wurde für seine Lebensarbeit bestimmend; erwirkte von 1902-1927 in Berlin. Sein besonderes Interesse galt der germanischen Stammeskunde: Zu ihrer Erforschung hat er vor allem Bodenfunde herangezogen, und diese von ihm ausgebaute Forschungsmethode als Siedlungsarchäologie bezeichnet. Im Mittelpunkt seiner ausgedehnten Forschungen standen Herkunft und Ausbreitung der Germanen, wobei er seinen Untersuchungen auch eine nationale Komponente zu geben bemüht war. In den zahlreichen Schriften, die er veröffentlicht hat, setzte er sich auf wissenschaftlichem Gebiet gegen eine Unterschätzung der Kultur der Germanen ein. Er hat seine Arbeit jedoch nicht auf das germanische Gebiet beschränkt, sondern in seine Forschungen auch die Indogermanen mit einbezogen. Bereits 1909/10 erschien aus seiner Feder eine Arbeit über den Ursprung der Urfinnen und der Urindogermanen, 1911 seine Schrift über die Indogermanen, 1919 seine Arbeit „Die deutsche Ostmark, ein Heimatboden der Germanen“. Sein gesamtes Schaffen ist gekennzeichnet durch eine Bevorzugung ostdeutscher Fragen. Im Jahre 1909 begründete er die „Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte“, allgemein bekannt wurde seine Zeitschrift „Mannus“. Zu seinen Werken gehören ferner „Die deutsche Vorgeschichte, eine hervorragend nationale Wissenschaft“ (1912, 41925), „Ursprung und Verbreitung der Germanen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit“.

Bibl.: Götz von Seile: Ostdeutsche Biographien. Würzburg 1955.

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