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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Lohmeyer, Hans Albert

Politiker

* 1881, 23.06.
Thorn/Westpr.

† 1968, 28.02.
Berlin

Hans Albert Lohmeyer studierte in Freiburg, Leipzig, Berlin und Breslau Rechts- und Staatswissenschaften. 1907 ließ er sich in Berlin als Rechtsanwalt nieder und ging 1914 in die Kommunalverwaltung. 1919 wählten ihn die Königsberger Stadtverordneten zum Oberbürgermeister. Aus der Demokratischen Partei, der er damals angehörte, trat er 1925 aus, um sich ganz überparteilich seinem Amt widmen zu können. So blieb er bis 1933 politisch unangefochten Oberbürgermeister. Er sah in Königsberg seine Lebensaufgabe; nutzte die Inflation für die Finanzen der Stadt und konnte bei der Reichs- und Staatsregierung reichlich Mittel für die Hauptstadt der abgetrennten Provinz Ostpreußen erhalten. Auf seine Anregung hin wurde die Ostmesse gegründet, der Hafen ausgebaut, der Flughafen eingerichtet und die Stadt am Ostmarkenrundfunk beteiligt. Ihm ist es zu danken, daß der alte Festungsgürtel nicht bebaut, sondern in Grünflächen umgewandelt wurde. Indem er die Wirtschaftsbetriebe der Stadt nicht bürokratisch, sondern kaufmännisch führen ließ, machte er die Kommune finanziell gesund, eine Methode, die als „Königsberger System“ später weitgehend Nachahmung fand. 1933 wurde Lohmeyer widerrechtlich aus seinem Amt gedrängt. Er lebte dann in Berlin. Nach dem Kriege gründete er einen Verein für Kommunalwissenschaften und war Mitbegründer und Mitarbeiter des „Archivs für Kommunalwissenschaften“. Er übernahm die Berliner Vertretung des Deutschen Städtetages. Ihm wurde das Große Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Bibl.: Altpreußische Biographie, Band III.(1978)

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