Kulturportal
Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Luther, Arthur

Journalist, Übersetzer

* 1876, 03.05.
Orel/Rußland

† 1955, 28.05.
Baden-Baden

Im Jahre 1955 starb Arthur Luther, der sich vor allem als Übersetzer der russischen Klassiker ins Deutsche einen Namen gemacht hat. Als Sohn eines Altphilologen in Rußland geboren, entstammte er einer seit der Mitte des 18 Jahrhunderts in Estland ansässigen Familie, die auf Hans Luther (1491-1558), Bürgermeister in Nordhausen, zurückgeht. Er besuchte das Gymnasium in Orel, studierte an der Historisch-philosophischen Fakultät der Universität Moskau und wurde im Jahre 1900 Lehrer für Deutsch und Russisch an der evangelischen St.-Michaelis-Realschule in Moskau und 1903 Dozent für allgemeine Literaturgeschichte an der dortigen Frauenuniversität. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland (1910-1912) war er unter Beibehaltung der Professur an der Frauenuniversität als Lektor für Deutsch und Dozent für Germanistik an der Universität in Moskau tätig. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges überraschte ihn und seine Familie in Deutschland und hinderte ihn an der Rückkehr nach Moskau. Er ließ sich in Leipzig nieder, wo er von 1918-1944 Bibliotheksrat an der Deutschen Bücherei und von 1923-1928 nebenamtlich Dozent für Deutsche Literatur am Fachkurs der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt war. Er siedelte bei Kriegsende nach Marburg/Lahn über, wo er einen Lehrauftrag für neuere russische Literatur und Kulturgeschichte erhielt und als Schriftsteller und Übersetzer aus dem Russischen (und Französischen) tätig war. Er schrieb u. a. den Roman „Der Dämon“ um den russischen Dichter Lermontow, ein „Dostojewski-Brevier“, Puschkin-Studien, ein Werk über „Das Moskauer Künstlertheater“ und „Studien zur deutschen Dichtung“.

Wünschen Sie Änderungen oder Ergänzungen? Dann schreiben Sie uns dies bitte mit Angabe der betreffenden Person.