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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Mügeln, Heinrich von

Dichter, Meistersänger

* unbek.

† 1372
Österreich

Wir wissen wenig von diesem mittelhochdeutschen Dichter. Eigentlich nur, daß er zu den Begründern des Meisterge­sanges gehörte. Von 1346 bis 1358 läßt sich sein Aufenthalt am Prager Hof nachweisen. Er war dort Hofdichter und Ratgeber Kaiser Karls IV. Bekannt blieb sein allegorisches Gedicht „Der Meide Kranz“, in dem er uns ein Bild vom Wettstreit der freien Künste im 14. Jahrhundert überlieferte. Er schrieb Sprüche voller Gelehrsamkeit, Fabeln und Minne­lieder, die sich durch besondere Schlichtheit auszeichneten. Er übersetzte den Valerius Maximus wie auch den Psalmenkommentar des Nikolaus von Lyra. Eine ungarische Prosachronik setzte er im Stile des Meistergesangs in lateinische Verse um. Als er aus unbekannten Gründen Prag verließ, fand man ihn am Hofe Rudolfs IV. von Österreich wieder.

Bibl.: K. J. Schröder: Die Dichtungen Heinrichs, 1867; K. Helm: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Lite­ratur Bd. 21/22, 1896/97; Kosch: MGG.

(1972)

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