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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Rauch, Georg von

Historiker

* 1904, 13.08.
Pleskau/Rußland

† 1991, 17.10.
Kiel

Der deutsch-baltische Historiker Georg von Rauch, ein Arztsohn, studierte in Dorpat, Tübingen und Breslau und ging 1928 als Lehrer und Erzieher an das Knaben-Internat der Brüdergemeinde in Niesky in der Oberlausitz. Seit 1930 unterrichtete er als Oberlehrer an der Walterschen Schule und ab 1938 am deutschen Koedukationsgymnasium in Dorpat, zugleich war er Dozent für Geschichte und Kirchengeschichte am dortigen Luther-Institut. Er war Vorsitzender des Dorpater Deutschen Lehrervereins, der Dorpater Deutschen Genealogischen Gesellschaft.

Nach der Umsiedlung der Deutsch-Balten war er von 1939 bis 1945 wissenschaftlicher Assistent an der Reichsuniversität Posen. 1941 habilitierte er sich in Greifswald. Seit 1946 war er Dozent und seit 1953 außerplanmäßiger Professor für osteuropäische Geschichte an der Philipps-Universität zu Marburg. Von 1958 bis zu seiner Emeritierung lehrte er als ordentlicher Professor osteuropäische Geschichte in Kiel. Er war Mitglied des J. G. Herder-Forschungsrates, des Direktoriums des Ostkollegs und der Baltischen Historischen Kommission. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen: „Die Universität Dorpat und das Eindringen der frühen Aufklärung in Livland 1690-1710", 1943; „Rußland, staatliche Einheit und nationale Vielfalt", 1953; „Geschichte des bolschewistischen Rußland", 1955 – auch in englischer, italienischer und japanischer Übersetzung; „Der Deutsche Orden und die Einheit des baltischen Landes", 1961; „Rußland im Zeitalter des Nationalismus und Imperialismus, 1856-1917", 1961; „Geschichte der baltischen Staaten", 1969.

Bibl.: Album Neobaltorum, Göttingen 1956, Nachtrag 1971.(1979)

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