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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Reffle von Richtenberg, Heinrich

Hochmeister des Deutschen Ordens

* 1415 ca.
Schwaben

† 1477, 20.02.
Königsberg i.Pr.

Der dreißigste Hochmeister des Deutschen Ritterordens stammte von  einer nicht  mehr vorhandenen  Burg  am Asperg, Richtenberg genannt. Die Familie trug den Namen Röffelin (Reiflein). Nach Beendigung des 13jährigen Krieges, den der Orden gegen Polen und die aufständischen Städte geführt hatte, versah er das Amt des Großkomturs, war damit Stellvertreter des Hochmeisters und wurde nach dessen Tod, am 30. September 1470, als Hochmeister bestätigt. In seiner siebenjährigen Amtszeit gelang es ihm, durch äußerste Sparsamkeit die Finanzen des Ordens in Ordnung zu bringen und die Ordenszucht zu heben. Auch die rückständigen Forderungen der Söldner konnte er erfüllen. Die Landeserträge wurden vermehrt und der Handel der ordenstreuen Städte Königsberg und Elbing gegenüber dem mächtigen abgefallenen Danzig gefördert. Im ermländischen Bischofsstreit bewahrte der Hochmeister Haltung und setzte die Wahl des deutschen Kandidaten Nikolaus v. Tüngen durch. Den samländischen Bischof Nikolaus v. Kuba, der sich zahlreicher Übergriffe gegen Kirchenzucht und Kirchengut schuldig gemacht hatte, ließ er festsetzen. Als der Bischof im Gefängnis starb, kam es zu Unruhen. Während diesen starb Reffle, der alles nur Mögliche getan hatte, um die Lenkung des Ordenslandes nach dem 2. Thorner Frieden 1466 wieder in festen Griff zu bekommen.

Bibl.:  Krollmann, Polit. Geschichte des Deutschen Ordens.(1977)

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