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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Rohrbach, Paul

Schriftsteller, Publizist

* 1869, 29.06.
Irgen/Kurland

† 1956, 20.07.
Langenburg/Württemberg

Als Sohn eines Landwirts geboren, besuchte der spätere Publizist Paul Rohrbach das Gouvernements-Gymnasium in Mitau (1883-1886) und studierte von 1887-1890 Geschichte in Dorpat, von 1890-1897 Philosophie und Theologie in Berlin und Straßburg. Er promovierte (1891) zum Dr. phil. in Berlin, 1897 zum Lic. theol. in Straßburg. Rohrbach war von 1897-1901 Generalsekretär des Evangelischen Sozialen Kongresses in Berlin, von 1901-1903 Redakteur der Naumann’schen „Zeit“, von 1903-1906 Vorsitzender der Staatlichen Ansiedlungskommission beim Gouvernement von Südwest-Afrika in Windhuk und von 1906-1912 Dozent für Kolonialwirtschaft an der Handelshochschule in Berlin. Ausgedehnte Studienreisen führten ihn nach Kamerun, China, Nord- und Südamerika. Von 1914-1917 betätigte er sich als freiwilliger Hilfsarbeiter an de Presseabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin. Von 1917-1927 war Rohrbach als Schriftsteller und Politiker tätig, von 1927-1930 als geschäftsführendes Präsidialmitglied der Deutschen Akademie in München, wo er bis 1935 als freier Schriftsteller lebte. Von 1935-1944 hatte er seinen Wohnsitz in Berlin. Er war dort Präses der Deutsch-armenischen Gesellschaft. In den Jahren 1938-1939 unternahm er Studienreisen nach Afrika und Italien; während des Zweiten Weltkrieges führten ihn Vortragsreisen in seine baltische Heimat, nach Rußland, Rumänien, Frankreich und Holland. Seit 1944 lebte er in Langenburg. Er hielt (seit 1955) Vorlesungen am Europa-Kolleg in Hamburg und wurde (1954) Ehrenmitglied der deutschbaltischen Carl-Schirren-Gesellschaft. Neben vielen Aufsätzen und Abhandlungen gehören zu seinen Hauptwerken „Der deutsche Gedanke in der Welt“ (1912), „Geschichte der Menschheit“(1914), „Weltpolitisches Wanderbuch“ (1915), „Baltenbuch“ (1917), „Der Gottesgedanke in der Welt“ (1937), „Das Herz Europas“ (1950), „Um des Teufels Handschrift. Zwei Menschenalter erlebter Weltgeschichte“ (1953). Er war Herausgeber von „Der Deutsche Gedanke“, einer Zeitschrift für auswärtige Politik, Wirtschaft und Auslanddeutschtum.

Bibl.: Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710-1960. Köln/Wien 1970.

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