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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Rokitansky, Karl Freiherr von

Pathologe

* 1804, 19.02.
Leitmeritz/Böhmen

† 1878, 23.07.
Wien

Der Begründer der deutschen pathologisch-anatomischen Schule besuchte das Gymnasium in Königgrätz, studierte Philosophie und Medizin in Prag und in Wien, promovierte 1828 zum Dr. med., wurde Assistent am Pathologisch-anatomischen Museum, war 1831 Choleraarzt in Galizien und wurde 1834 außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie und Protektor des Wiener allgemeinen Krankenhauses sowie Gerichtsanatom der Residenz. Seine Ernennung zum Ordinarius erfolgte 1844. Auf Rokitanskys Veranlassung wurde 1862 das von der Regierung neu erbaute pathologische Museum eröffnet. Rokitansky erhielt 1863 den Titel eines Hofrats, wurde 1867 Mitglied des österreichischen Herrenhauses auf Lebzeit, 1869 Präsident der Akademie der Wissenschaften, 1870 Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften und Präsident des Wiener anthropologischen Vereins. 1874 in den Freiherrnstand erhoben, legte er im Alter von 70 Jahren seine akademischen Ämter nieder. Als Medizinalreferent setzte er die Einrichtung der medizinischen Fakultäten in Innsbruck und Graz, die Gründung der ersten psychiatrischen Klinik in Österreich und eines Instituts für experimentelle Pathologie in Wien durch. Sein Hauptwerk ist das „Lehrbuch der pathologischen Anatomie“ (1841-1846).

(1978)

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