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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ruzicka, Leopold

Chemiker

* 1887, 19.09.
Wukowar/Syrmien

† 1976, 26.09.
Mammern, Kt. Thurgau/Schweiz

Der im Vielvölkerstaat der ehemaligen Donaumonarchie geborene Chemiker Leopold Ruzicka zählt Donauschwaben, Tschechen und auch Österreicher zu seinen Vorfahren. Dem Studium der Chemie widmete er sich an der Technischen Hochschule in Karlsruhe u. a. bei Prof. Hermann Staudinger, dessen Assistent er bis 1916 war. Als Wissenschaftler und Professor war er an Hochschulen in Zürich, Genf und Utrecht tätig. Seine wissenschaftlichen Forschungen galten alicyklischen Verbindungen, bestimmten Terpenen, chininähnlichen Verbindungen, darunter Totalsynthesen des Fenchons und Linalools. Er arbeitete auch über Sexualhormone, besonders über den Zusammenhang zwischen chemischer Konstitution und Hormonwirkung. Bei seinen Arbeiten an Geruchsträgern (Moschus und Zibet) fand er vielgliedrige Kohlenstoff ringe und Laktone. 1939 erhielt er zusammen mit Adolf Butenandt „für seine Arbeiten an Polymethylenen und höheren Terpenen“ den Nobelpreis für Chemie. Bei der Preisüberreichung nannte ihn ein Sprecher der Schwedischen Akademie der Wissenschaften „einen der erfolgreichsten Schöpfer neuer synthetischer Methoden auf dem Gebiet der organischen Chemie“. Der Festvortrag des Preisträgers erschien im Nobelband 1945: „Vielgliedrige Ringe höherer Terpenenverbindungen und männliche Sexualhormone“. Die Arbeit brachte viele Formeln und Modelle von Molekularverbindungen und führte tief in die Grundvorstellungen der Chemie ein.

Bibl.: Hans Hartmann: Lexikon der Nobelpreisträger, 1967, S. 335.(1977)

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