Kulturportal
Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Scherer, Johannes

Theologe, Bischof

* 1889, 04.01.
Franzfeld/Banat

† 1966, 31.08.
Geislingen/Steige

Von bäuerlichen Eltern in dem ehemaligen Militärgrenzort Franzfeld geboren, absolvierte er das Gymnasium in Pantschowa, dem ehemaligen Vorort des Deutsch-Banater Grenzerregiments. Dem Studium der evangelischen Theologie oblag er in Preßburg. In den Jahren 1912 bis 1920 wirkte er als Vikar und Pfarrer im nordungarischen Modern und später viele Jahre in Bösing, wo er auch zum Dekan berufen wurde. Seine letzte Pfarrstelle in der alten Heimat war Preßburg. In der selbständig gewordenen Slowakei wurde er im Mai 1942 zum ersten Bischof an die Spitze des neugebildeten Kirchenkörpers der „Deutsch-Evangelischen Kirche A. B. in der Slowakei“ berufen. Mit allen seinen Gemeinden mußte Bischof Scherer bei der Aussiedlung der Deutschen aus den Sudeten-, Karpaten- und Donauländern die Heimat verlassen und auf die Wanderschaft gehen. Er war jetzt in mehreren Flüchtlingslagern, in Klagenfurt und Stetten i. R. als Seelsorger tätig. 1948 kam er nach Geislingen/Steige und war somit eigentlich in die Urheimat seiner Ahnen zurückgekehrt, die im Jahre 1791 aus Württemberg ins Banat ausgewandert waren. Seit 1954 bis zu seinem Tode lebte er in Geislingen im Ruhestand.

Bibl.: D. Donauschwabe 38/1966.(1976)

Wünschen Sie Änderungen oder Ergänzungen? Dann schreiben Sie uns dies bitte mit Angabe der betreffenden Person.