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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Schleich, Carl Ludwig

Chirurg, Schriftsteller

* 1859, 19.07.
Stettin/Pommern

† 1922, 07.03.
Saarow

Er erwählte den Arztberuf, studierte in Zürich und Greifs­wald, wurde Chirurg, arbeitete ab 1883 als Assistent an der Charité und eröffnete 1889 in Berlin eine eigene chirurgische Klinik. Schleich wurde als Entdecker der Lokalanästesie be­kannt. In seinem Hause verkehrten die Schriftsteller Strindberg und Hamsun. Über sein Leben als Arzt hat er aus­führlich in seinem Buch „Besonnte Vergangenheit“ (1921) berichtet, wobei die künstlerischen und philosophischen Ambitionen keineswegs zu kurz kamen. Er schrieb die viel­beachteten Essays „Von der Seele“ (1911), „Vom Schalt­werk der Gedanken“ (1916), „Das Ich und die Dämonen“ (1920). „Spaziergänge in Natur und Geistes weit“ (1916) und „Erinnerungen an Strindberg“ (1917) zeigen ihn in seinem „Umgang mit der Natur und den Menschen“. Be­rühmt wurden seine Vorträge „Bewußtsein und Unsterb­lichkeit“ (1920), „Die Weisheit der Freude“ (1920), „Ge­dankenmacht und Hysterie“ (1920), „Das Problem des Todes“ (1921) und „Ewige Alltäglichkeiten“ (1922). Seine gesammelten Aufsätze erschienen im Jahr 1922; auch seine Novellen und Dichtungen wurden in diesem Jahr verlegt.

Bibl.: Seile: „Ostdeutsche Biographien“ 1955; Kosch: „Deutsches Literaturlexikon“, 1963.

(1972)

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