Kulturportal
Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Schlieps, Marie

Pädagogin, Oberin des Diakonissenhauses

* 1881, 26.06.
Lyswa, Perm/Rußland

† 1919, 18.03.
Mitau/Kurland

Als Tochter des späteren Oberlehrers in Mitau, Wilhelm Schlieps geboren, besuchte Marie Schlieps die Schule in Mitau. Sie bestand das Lehrerinnenexamen, war zwei Jahre als Hauslehrerin tätig, wurde dann Lehrerin an der Carlhoff‘schen Schule in Mitau und trat anschließend in das Diakonissenhaus ein. Sie weilte 1912-1913 zur Ausbildung in Neuendettelsau in Franken und im Henriettenstift in Hannover, wurde im Jahre 1913 Diakonisse und 1914 Leiterin des von der Kurländischen Ritterschaft im Diakonissenhaus eingerichteten Lazaretts für Verwundete. Im Frühjahr 1915 wurde sie Oberin des Diakonissenhauses. Während der deutschen Besatzungszeit weilte sie wiederholt in Amtsangelegenheiten in Deutschland. Sie wurde am 18. Februar 1919 von Bolschewiken verhaftet und mußte am 18. März, zusammen mit anderen Inhaftierten, bei 14 Grad Kälte zu Fuß nach Riga aufbrechen. Nach einem Fußmarsch von neun Kilometern wurde sie unterwegs von den Bolschewiken erschossen. Als Pädagogin und Oberin des Diakonissenhauses konnte Marie Schlieps dank ihrer selbstlosen Liebe sich auch in schwierigen Verhältnissen durchsetzen. In ihrem Büchlein „Die erste Blutzeugin im Diakonissenkleid“, das im Jahre 1920 erschien, hat die baltische Schriftstellerin Anna Katterfeld (1880-1964) ihr ein Denkmal gesetzt.

Bibl.: Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710-1960. Köln/Wien 1970.

Wünschen Sie Änderungen oder Ergänzungen? Dann schreiben Sie uns dies bitte mit Angabe der betreffenden Person.