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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Scholz, Wilhelm von

Schriftsteller

* 1874, 15.07.
Berlin

† 1969, 29.05.
Konstanz

„Geboren bin ich am 15. Juli 1874 in Berlin als Sohn des späteren letzten Bismarckschen Finanzministers in Preußen Adolf von Scholz und seiner Frau Anna, geborene Mentzel, beide schlesischen Stammes.“ So begann Wilhelm von Scholz, der Nestor der schlesischen Dichter, seine Lebensbeschreibung, in der er seine „erzählerische Leidenschaft“ herausstellt, die ihn zeitlebens bewegt hat: „Doch Schlesien bleibt in meiner Phantasie ihr ewiges Land … So wahr ich Schlesier bin!“ – Den epischen Atem des Dichters bezeugen allein schon seine beiden bekanntesten Romane: „Perpetua“ das Schicksal der Schwestern Breitenschnitt (1926), und „Der Weg nach Ilok“, in denen die Ahnenheimat des Romanciers den Hintergrund stellt (1930). Seine dramatischen Fähigkeiten führten zu dem Welterfolg seines Schauspiels „Der Wettlauf mit dem Schatten“. – Auch in der Lyrik war Scholz zu Hause; 1944 erschien die Gesamtausgabe seiner Gedichte. Ein Bestseller der dreißiger Jahre war sein eigenwilliges Buch „Der Zufall und das Schicksal“. – Mit Calderon-Neudichtungen machte er sich ebenso einen Namen wie mit Essays zwischen Neuklassik und Neuromantik, mit denen er beste Tradition verkörpert hat. Seine gesammelten Werke erschienen 1924 in 5 Bänden. 1946 erschien eine Auswahl seiner Schauspiele.

Bibl.: Gramich, R.: Formprobleme der Erzählkunst. Wilhelm von Scholz, Diss. München 1958. Reis, A. M.: Wilhelm von Scholz, Diss. Bonn 1939.(1974)

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