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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Steinacker, Gustav Wilhelm

Theologe

* 1809, 01.03.
Wien

† 1877, 07.06.
Buttstädt/Weimar

Sein Vater Friedrich stammte aus Anhalt-Dessau. Die Eltern ließen sich 1822 in Pest nieder. Steinacker besuchte die Gymnasien in Pest, Preßburg und Rosenau, studierte Philosophie und Theologie in Käsmark, Wien und Halle. Nach einem kurzen Aufenthalt als Erzieher in Pest, kam er nach Debrezin, wo er das erste deutsche Mädchen-Erziehungsinstitut in Ungarn errichtete. 1846 beriefen ihn die vereinigten protestantischen Kirchen in Triest als ihren Seelsorger. Diese Stelle mußte er 1852 wegen seiner liberalen theologischen Haltung aufgeben. Er ging als Pastor nach Hannover, wo ihm das gleiche Schicksal widerfuhr: Steinacker kam mit der kirchlichen Obrigkeit in Konflikt und siedelte in ein kleines Dorf in der unmittelbaren Nähe Weimars, nach Buttstädt über, wo er bis zum Tode wirkte. Gustav Wilhelm Steinacker machte sich in der ungarischen und in der ungarländisch-deutschen Literatur als Dichter, Übersetzer, Schriftsteller und Herausgeber einen Namen. Als Schriftsteller beschäftigte er sich besonders mit pädagogischen Fragen. Seine theologischen Schriften wurden bald vergessen. Politisch war er ein Anhänger der österreichischen Monarchie. Sein geistiges Schaffen umfaßt 30 Titel, aber nur seine dichterischen Werke haben ihn überlebt.

(1977)

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