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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Stephan, Heinrich von

Staatssekretär der Deutschen Reichspost

* 1831, 07.01.
Stolp/Pommern

† 1897, 08.04.
Berlin

Als Sohn eines Schneiders in Stolp geboren, trat der spätere Reorganisator des deutschen Postwesens bereits im Jahre 1848 in den Postdienst ein. Im Jahre 1856 wurde er als Geheimer expedierender Sekretär in das Generalpostamt nach Berlin berufen. 1867 gelang es ihm, das Thurn- und Taxis’sche Postmonopol zu beseitigen und das Postwesen unter preußische Verwaltung zu bringen. Im Jahre 1870 wurde er Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes und im Jahre 1879 Staatssekretär des deutschen Reichspostamtes. In der Deutschen Reichspost errichtete Stephan eine mustergültige Einrichtung, die von aller Welt bewundert und als Vorbild anerkannt wurde. Er hat das deutsche Postwesen bis in alle Einzelheiten reorganisiert und teilweise auch neu gebildet. Unter seiner Leitung wurde die Post zu einer der wichtigsten Einnahmequellen des Deutschen Reichs. Heinrich von Stephan gilt als „Erfinder“ der Postkarte; im Kriege von 1870/71 organisierte er die Feldpost. Unter seiner Leitung wurde ein billiger Einheitstarif für das 5-Kilo-Paket geschaffen, der Begleitbrief durch die Paketkarte ersetzt, Postauftrag und Nachnahmeverfahren ausgebildet, die „Postagentur“ auf dem Lande geschaffen. Das Telegraphenwesen ging in seine Hand über, er führte auch das in Amerika von Bell erfundene Telefon in Deutschland ein. Im Jahre 1880 hat Stephan den Weltpostverein ins Leben gerufen. Er schrieb eine Geschichte der preußischen Post (1859) und „Weltpost und Luftschifffahrt“ (1874). Eine Biographie Stephans schrieb in Jahre 1931 O. Grosse.

Bibl.: Götz von Selle: Ostdeutsche Biographien, Würzburg 1955; Thea Lönnies: Pommern-Fibel, Hamburg 1975.

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