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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Unzer, August Wilhelm

Buchhändler

* 1770, 08.01.
Chemnitz

† 1847

Der Pfarrerssohn war Begründer der größten Sortimentsbuchhandlung Europas, der Firma „Gräfe u. Unzer“ in Königsberg. Er stammte aus Chemnitz kaufte 1798 die Hartungsche Buchhandlung aus einer Konkursmasse, führte sie 10 Jahre lang mit seinem Geschäftspartner Göbbels ge­meinsam und dann alleine weiter. 1832 nahm er seinen Schwieger­sohn Eduard Gräfe in das Geschäft auf. Zu den prominentesten Autoren des Verlages gehörten die Philosophen Kant, Fichte, Her­bart und Rosenkranz. Trotz stärkster Konkurrenz blieb Gräfe und Unzer die führende Buchhandlung in Stadt und Provinz. Sie be­stand bis 1945 als „Das Haus der Bücher“ mit einem über 6 Stock­werke verteilten Bücherlager. Seit dem Ersten Weltkrieg und der da­mit verbundenen Abtrennung Ostpreußens vom „Reich“ durch den Korridor lag das Schwergewicht der Verlagsarbeit auf ostpreußi­schem wissenschaftlichem und schöngeistigem Schrifttum. Heute (1970) hat die Firma ihren Sitz in München/Garmisch.

Bibl.: Forstreuter: G. u. U., Zwei Jahrhunderte Königsberger Buchhandel (1932).

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