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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Wallenstein, Albrecht Eusebius Wenzel von

Feldherr

* 1583, 24.09.
Hermanic bei Arnau/Böhmen

† 1634, 25.02.
Eger

Wallenstein, Albrecht Eusebius Wenzel von, Herzog von Friedland (1625) und Mecklenburg (1627), Fürst von Sagan (1627), genannt der Friedländer, geboren am 24.9.1583 zu Hermanic bei Arnau in Nordböhmen, gestorben (ermordet) am 25.2.1634 zu Eger. Aus der begüterten protestantischen böhmischen Adelsfamilie von Waldstein stammend, besuchte Wallenstein die Schulen in Goldberg und Altdorf, ehe er 1604 (vermutlich) Page des Markgrafen Karl von Burgau wurde. Seit 1604 stand er ebenfalls im militärischen Dienst der Habsburger. Wallensteins Aufstieg hing wesentlich von seinem Übertritt zum Katholizismus im Jahre 1606 ab. 1609 heiratete er Lucretia v. Virckow (+ 1614). Durch diese Ehe gelangte er m den Besitz von reichen Grundherrschaften in Mähren. 1618 erwarb er sich die Gunst Kaiser Matthias’ durch die Anwerbung von Truppen aus eigenen Mitteln. Als „Gubernator des Königs von Böhmen“ kaufte er im Anschluß an die Niederlage der protestantischen Stände 1622 mit seinem erworbenen Reichtum 58 Herrrschaften der vertriebenen Aufständischen. 1623 wurde er in den Pfalzgrafen- und Fürstenstand erhoben. 1625 stellte Wallenstein auf eigene Kosten ein Heer von 40 000 Mann für den Kampf der katholischen Liga gegen Dänemark auf. Am 25.4.1626 schlug er an der Dessauer Brücke Ernst von Mansfeld vernichtend, doch konnte er seinen Sieg nicht ausnutzen. 1627 zog Wallenstein mit Tilly nach Norddeutschland, wo er Mecklenburg und Pommern besetzte, während Stralsund erfolglos belagert wurde. 1628 erfolgte Wallensteins Ernennung zum General des Ozean. und Balt. Meeres. Am 16.6.1629 wurden ihm die Herzogtümer Mecklenburg als ksl. Lehen zugesprochen. Seine Pläne, eine absolute Monarchie im Reich zu errichten, religiöse Toleranz zu gewähren und alle fremden Mächte, d.h. auch Spanien, aus dem Reich zu vertreiben, lehnte der Kaiser ab.

Auf dem Regensburger Reichstag (Juli-November 1530) erzwangen die katholischen Kurfürsten die Entlassung des wegen seiner Machtfülle inzwischen gefürchteten Wallenstein. Aber noch im gleichen Jahr berief ihn Ferdinand II. zum Oberbefehlshaber über die kaiserlichen Truppen, und zwar nach der Niederlage Tillys bei Breitenfeld (17.9.1631). Am 16.11.1632 schlug Wallenstein die Schlacht bei Lützen, in der auf gegnerischer Seite Gustav Adolf von Schweden, auf eigener Seite der kaiserliche Feldherr Graf Pappenheim fielen. Durch seine gleichzeitigen Verhandlungen mit den Schweden, mit Brandenburg und Sachsen erregte der kaiserliche Generalissimus Wallenstein den Verdacht des Wiener Hofes. Als ihn schließlich ein kaiserliches Patent vom 23.2.1634 des Verrats beschuldigte und befahl, ihn tot oder lebendig zu fangen, wurde er am 25.2.1634 zu Eger ermordet. Mit Wallenstein verschwand der „letzte Condottiere“ und der „erste militärische Unternehmer“ von der Bühne.

Im Urteil der Geschichte ist Wallenstein nicht unumstritten, da militärische Genialität und politische Weitsicht auf der einen, Ehrgeiz, Gewinnsucht und Verkennung der tatsächlichen Machtverhältnisse auf der anderen Seite für ihn charakteristisch sind.

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