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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Weiss, Hellmuth

Bibliothekar, Historiker

* 1900, 10.10.
Reval/Estland

† 1992, 10.04.
Marburg

Hellmuth Weiss besuchte in seiner Vaterstadt Reval die Domschule, studierte an den Universitäten Dorpat, Greifswald und Tübingen und promovierte im Jahre 1925 in Tübingen zum Dr. phil. Er war nach seiner Rückkehr in die Heimat seit 1926 in der Deutschen Kulturselbstverwaltung tätig um leitete seit 1927 die Bibliothek der „Estländischen Literärischen Gesellschaft“. Er wurde 1930 Leiter des Kulturamts war von 1933-1938 Vizepräsident und 1938-1939 letzter Präsident der Deutschen Kulturselbstverwaltung in Estland, seit 1938 auch Vizepräsident der Estländischen Literärischen Gesellschaft. Er leitete 1939-1940 die BuchsammelstelIe der Universität Posen, weilte 1940 im Auftrage der deutschen Kulturgüterdelegation in Estland, war 1941 Gebietsbevollmächtigter für die sog. „Nachumsiedlung“ der Deutsch-Balten aus Estland und leitete von 1941-1944 die Abteilung Kulturpolitik beim Generalkommissar Estland. Hellmuth Weiss war 1945-1947 Dolmetscher in Potsdam und ging dann nach Marburg/Lahn, wo er 1952 Leiter der Bücherei des J. G. Herder-Instituts wurde, die er bis 1959 als Bibliotheksdirektor betreute. Er war von 1959-1965 Direktor des J. G. Herder-Instituts, von 1959-1975 Vorstandsmitglied und 1974/1975 Vizepräsident des J. G. Herder-Forschungsrates sowie auch Vorsitzender der Baltischen Historischen Kommission. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur osteuropäischen, spez. baltischen Geschichte zum Bibliotheks- und Buchwesen sowie Bibliographien. Hellmuth Weiss ist der Entdecker eines Fragments eines niederdeutsch-estnischen Katechismus von 1535, des ersten Buches mit Texten in estnischer Sprache.

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