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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Zadek, Hilde

Opernsängerin

* 1917, 15.12.
Bromberg/Posen


Die gebürtige Westpreußin Hilde Zadek kann für sich das Verdienst beanspruchen, die Nachkriegsgeschichte der Wiener Staatsoper mit geprägt zu haben. Sie verfügte über einen jugendlich-dramatischen Sopran, der mit seiner gleichmäßigen Durchbildung, seiner Beweglichkeit und seiner vielfältigen Ausdruckskraft in den Opern Verdis und Wagners ebenso am rechten Platz war wie bei Mozart-Aufführungen.

Hilde Zadek hatte einen Teil ihrer Jugend in Wien verbracht, einen anderen in Stettin. 1934 jedoch mußte sie, da sie jüdischer Abkunft ist, Deutschland verlassen. Sie wanderte nach Palästina aus, arbeitete als Krankenschwester in Jerusalem, begann dort schließlich bei Rose Pauly ein Gesangsstudium, das sie 1945 bei Ria Ginster in Zürich fortsetzte. Mit ihrem Debüt als Aida in Verdis gleichnamiger Oper im Jahre 1947 gelang ihr sogleich der Sprung in die Staatsoper Wien. Ihren Sopran mit dem charakteristischen Vibrato und der durchsichtig-leuchtenden Höhe schätzte und bewunderte man seither hier wie anderswo. Sie war Gast der Festspiele von Salzburg und Edinburgh sowie des Holland-Festivals. Sie sang an der Mailänder Scala, an der Coventgarden Oper in London, am Teatro Colón in Buenos Aires sowie in Paris, Brüssel, Amsterdam, Rom, San Francisco, München und Düsseldorf. 1952 wurde sie Mitglied der New Yorker Metropolitan Opera. Zu ihren Partien zählten die Elsa im „Lohengrin“, die Elisabeth im „Tannhäuser“, die Senta im „Fliegenden Holländer“ und die Sieglinde in der „Walküre“ von Wagner, die Marschallin im „Rosenkavalier“, die Ariadne in „Ariadne auf Naxos“ und die Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss wie aber auch die Tosca in Puccinis dramatischstem Werk.

1967 wurde Frau Zadek als Professorin für Gesang an das Konservatorium in Wien berufen.

Lit.: K.J. Kutsch/Leo Riemers: „Unvergängliche Stimmen“ ( = Sammlung Dalp, Bd. 92), Bern und München21966; dieselben: „Unvergängliche Stimmen. Sängerlexikon“, Bern und München 21982; Hugo Rasmus: Lebensbilder westpreußischer Frauen in Vergangenheit und Gegenwart, München 1984.

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