Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1397

Herbstlichkeit, zeitlose

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Das ganze Jahr über ernten die Museen, jetzt lassen sie sich in ihre üppig gefüllten Körbe und Kammern blicken

Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Mit einem Kirchenkonzert in der Martin-Luther-Kirche Ulm wurde die neue Ausstellung „Banater Orgeln und Orgelbauer – Bilder einer europäischen Orgellandschaft“ im Donauschwäbischen Zentralmuseum eröffnet. Das Programm bestritten Franz Metz an der Orgel und Franz Tröster an der Trompete. Hintergrund des Ausstellungsprojektes ist, dass im Dezember 2017 die UNESCO den Orgelbau und die Orgelmusik zum immateriellen Weltkulturerbe erklärte.

D. G. (KK)

 

Einer Orgel sieht man die Pracht ihres Klanges an wie dieser im banatischen Orawitza
Bild: Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm

Verschwundenes zum Vorschein bringen

Donnerstag, 25. Oktober 2018

„Orte, die es nicht mehr gibt“, ausgestellt in Ellingen

„Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“ – mit dieser neuen Sonderausstellung möchte das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen an die Spuren der Deutschen, vor allem im Osten, erinnern, die nur noch spärlich zu finden sind.

Der Zweite Weltkrieg veränderte das Gesicht Europas und löschte Orte von der Landkarte. Das Zerstörungswerk setzte sich nach dem Krieg fort. Die Machthaber in der Sowjetunion, in Polen und in der Tschechoslowakei wollten die Erinnerung an die Deutschen tilgen und der Planwirtschaft den Weg ebnen.

M. Fritsche (KK)

 

Verlorenes, ins Bild gesetzt, macht Verlorenheit bereiflich: Blick in die Ausstellung
Bild: der Autor

Väterchen oder Verheerer?

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Thomas Masaryk und das Zwielicht der Geschichte

Im Ausland begegnet man ihr häufiger als im heimischen Tschechien, der historischen Fotografie vom 14. August 1937, als sechs Uniformierte den verstorbenen Thomas Masaryk (geboren 1850), Staatsgründer und Staatspräsident der Tschechoslowakei, zur letzten Ruhe trugen. Die sechs braven Soldaten standen für die sechs größten Volksgruppen des jungen Staats: Tschechen und Slowaken (zusammen 9,7 Millionen laut Volkszählung von 1930), Deutsche (3,3 Mio.), Ungarn (692 000), Ukrainer (550 000), Polen (82 000).

Wolf Oschlies (KK)

 

Ohne seine selbstbewusst dezidierte Haltung und Führung konnte und wollte sich niemand die Tschechoslowakei vorstellen: Thomas Masaryk
Bild: Wikimedia Commons

Nicht „in Gottes Namen“, sondern im Namen Gottes

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Diesen Unterschied haben sudetendeutsche Christen gelebt und sind dafür gestorben

Das Münchner Abkommen bedeutete für die Menschen in den Sudetengebieten nicht nur die Erfüllung der Sehnsucht, nun dem deutschen Volk anzugehören. Es brachte auch die nationalsozialistische Ideologie und Strukturen in diese Räume.

Schon in der ersten Woche änderte sich das politische Gesicht des Landes völlig: Eine Militärverwaltung wurde geschaffen, umfassende Leit- und Nebenstellen der Gestapo wurden eingerichtet, die sudetendeutschen Parteien und Vereinigungen (z. B. Kolping) wurden aufgelöst und die bisher vom tschechoslowakischen Staat gezahlte Unterstützung für Geistliche eingestellt. Darüber hinaus begannen intensive Verhaftungen, alle bisherigen Jugendverbände wurden verboten, nur die Hitler-Jugend und der Bund deutscher Mädel zugelassen. Die bisher freie und eigenständige deutsche Presse wurde aufgelöst. Zu bedenken ist ferner, dass das im Hitler-Deutschland schon fünf Jahre lang aufgebaute Repressionsnetzwerk in kürzester Zeit auch im Sudetengebiet aufgebaut werden konnte.

Markus Bauer (KK)

 

Die Titel-Collage zur Ausstellung „Zeugen für Menschlichkeit. Christlicher sudetendeutscher Widerstand 1938–1945“. Obere Reihe von links: Sr. Maria Restituta Helena Kafka, Richard Henkes, Pater Engelmar Unzeitig, Sr. Epiphania Barbara Pritzl, Hanns Georg Heintschel von Heinegg. Untere Reihe von links: Pater Augustinus Franz Schubert, Karl Schrammel, Roman Karl Scholz, Eduard Schlusche, Josef Tippelt
Bild: Ackermann-Gemeinde

Hysterie der Historie

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Die Schlacht von Königgrätz als Memento

Königgrätz, im 10. Jahrhundert eine Burgsiedlung am Zusammenfluss von Elbe und Adler, hat sich durch die bekannte Schlacht vom 3. Juli 1866 zwischen Preußen und dem Kaiserreich Österreich für immer in die Geschichte Mitteleuropas und unser Bewusstsein eingegraben. Sie war schon 1225 von König Premysl Ottokar I. zur Stadt erhoben worden, mehrfach eine Stadt der Königinnen, im 15. und 16. Jahrhundert hussitisch und dann dem Luthertum zugewandt und spielte kulturell auch nach der Rekatholisierung eine bedeutende Rolle im tschechischen Geistesleben. Um 1990 zählte ihre Bevölkerung schon rund
100 000 Bürger.

Rüdiger Goldmann (KK)

 

Das Grausen fällt einen an, aber das Grauen muss man sich erst bewusst machen, und das tut man nicht oft genug: die Schlacht von Königgrätz in einem zeitgenössischen Stich
Bild: Wikimedia
Commons

Heimat als Antwort auf Fragen der Zeit

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Hartmut Koschyk stellt sein Buch in Oppeln vor

Mit dem im EOS-Verlag der Benediktiner-Erzabtei St. Ottilien erschienenen Buch „Heimat – Identität – Glaube. Vertriebene – Aussiedler – Minderheiten im Spannungsfeld von Zeitgeschichte und Politik“ versucht Hartmut Koschyk zeitgeschichtliche Zusammenhänge, politische Entwicklungen, aber auch ganz persönliche Überzeugungen und Sichtweisen zu verbinden. Der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und frühere Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Bayreuth-Forchheim präsentiert in der Publikation eine Art politisch-persönlicher Bilanz.

(KK)

 

Zwischen Heimeligkeit und Urbanität, zwischen Heimat und Globalisierung müssen nicht Widersprüche gesucht, sondern Perspektiven gefunden werden – wie Armin Stern in seiner Stadtlandschaft
Bild: Exil-Sammlung Thomas B. Schumann, Edition Memoria

Hundert Jahre Estland

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Und noch viele Tage wie diese: Domus Revalensis

2018 bedeutet für Estland ein ganz besonderes Jahr, denn Estland begeht „100 Jahre Selbständigkeit“. Mit dem diesjährigen Programm hatten sich die Organisatoren der Domus-Revalensis-Tage auf dieses historische Ereignis eingestellt.

In der Festveranstaltung am Freitag schilderte Friedrich A. Freiherr von Dellingshausen, wie sein Großvater, Ritterschaftshauptmann Eduart Freiherr von Dellingshausen, 1917/18 noch versuchte, mit einem Besuch beim deutschen Kaiser zu erwirken, dass Estland an Deutschland angeschlossen würde.

Babette von Sass (KK)

 

In Haljala berichtet Friedrich A. von Dellingshausen über das Leben seiner Familie auf dem Anwesen von Dellingshausen über mehrere Jahrhunderte. Das große Herrenhaus steht momentan leer
Bild: die Autorin

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Der Dichter und das Kasperle

Die letzten Lebensmonate des Dichters Gerhart Hauptmann vom März 1945 bis zu seinem Tod am 6. Juni 1946 werden geschildert. In seiner Villa „Haus Wiesenstein“ bei Agnetendorf im Riesengebirge verbringt er seinen Lebensabend, zusammen mit seiner zweiten Frau Margarete und einem privaten Hofstaat, zu dem die Köchin, der Hausdiener, der Gärtner, die Zofe, die Krankenschwester und vor allem der livrierte Diener/Butler Pietsch gehören.

Bärbel Beutner (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Zwischen drei Ländern, vier Literaturen

Pressburg/Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, liegt bis heute im Windschatten der Aufmerksamkeit. Während die Wahrzeichen Mitteleuropas, Budapest, Prag oder Wien, verdientermaßen große Aufmerksamkeit genießen, wird Bratislava oft zu Unrecht übersehen.

Volker Strebel (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Vertrieben, doch nicht aus der Kultur

Als Jubiläumsband 50 der „Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa“ legen die Kunsthistoriker Marco Bogade und Elisabeth Fendl vom Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa in Freiburg zehn Beiträge vor, die auf einer international besetzten Tagung in Tübingen 2015 basieren.

Norbert Matern (KK)

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