Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1401

Ein Kontinent als epischer Gegenstand

Montag, 25. Februar 2019

Bernd Posselt meistert eine objektive Herausforderung mit subjektiver Verve

Europa hat viele Gesichter. Nimmt man Ansichten über Europa aus Wirtschaft und Kultur oder Perspektiven auf Europa aus verschiedenen regionalen Positionen hinzu, dann gewinnt das Europa-Mosaik eine vielfältige, facettenreiche Gestalt. Inwieweit bei einer solchen Vielfalt Europas noch eine Einheit zu erkennen ist, bleibt selbst aus wissenschaftlicher Sicht oft ein Rätsel. Die Politik trägt auch nicht gerade zur Klärung bei, sind doch der Europarat und die Europäische Union, das Europa der NATO und das des Euro oder das Schengen-Europa – alles historisch gewachsene Europa-Gestalten – vielen Europäern nicht so gut bekannt, dass sie in der Lage wären, die Unterschiede in dieser Morphologie Europas zu verstehen oder gar zu erläutern.

Klaus Weigelt (KK)

 

Sein Erzählen ist mitnichten die „raunende Beschwörung des Imperfekts“, wie
Thomas Mann sie einst beschwor, vielmehr ist es
gegenwärtig
und geistes-
gegenwärtig: Bernd Posselt
Bild: Landsmannschaft der Sudetendeutschen

An der schönen kulturellen Donau

Montag, 25. Februar 2019

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert Projekte, darunter jene des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm

In den ersten Januartagen meldete Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, dass herausragende Projekte im Bereich der kulturellen Vermittlung und Integration mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert werden und dass die entsprechenden Modellvorhaben ausgewählt worden sind. Es geht um Kultureinrichtungen mit den Schwerpunktthemen kulturelle Bildung für junge Menschen, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Vermittlungsarbeit in ländlichen Gebieten oder Diversitätsentwicklung im Kulturbetrieb.

D. G. (KK)

 

Museumsführung sollte allerhand sein, nur nicht museal, sondern lebhaft und lebensnah – wie es eine Kustodin des Donauschwäbischen Zentralmuseums überzeugend demonstriert
Bilder: Museum

„Insbesondere denen so hieran gelegen“

Montag, 25. Februar 2019

Die Carl-Schirren-Gesellschaft fand bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Aufgeschlossenheit für ihr archivarisches Anliegen

Seit Anfang der 1950er Jahre werden in der Carl-Schirren-Gesellschaft (CSG) Archivalien mit Bezug auf die Geschichte der Deutschbalten sowie ihrer Herkunftsregionen in Estland und Lettland gesammelt und der Forschung zugänglich gemacht. In den über sechs Jahrzehnten seither ist der Gesellschaft wertvolles Archivgut übergeben worden.

Das Archiv der CSG ist ein Sammlungsarchiv, das Schriftgut verschiedenster Art aus der Geschichte der Deutschbalten vor und nach der Umsiedlung 1939/41 sammelt, dauerhaft bewahrt und der Öffentlichkeit, insbesondere der wissenschaftlichen Forschung, zur Verfügung stellt.

Peter Wörster (CSG – KK)

 

Im „May 1733“ befleißigte sich der Chronist für die ersten zwei Zeilen der Druckschrift, um in akkurater Schreibschrift fortzufahren – eine reizvolle Herausforderung für jeden Leser
Bild: Carl-Schirren-Gesellschaft

Montanostalgie

Montag, 25. Februar 2019

Die Hüttenindustrie des Banater Berglands in einer Ulmer Ausstellung

Bei einem Rundgang durch die aktuelle Sonderausstellung des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm unter dem Motto „Glühender Stahl und rauchende Schlote“ können die Besucher sich einen Überblick über 300 Jahre Industriegeschichte des Banater Berglandes verschaffen. An der Vernissage nahm auch der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen in Rumänien, Erwin Josef Tigla aus Reschitz/Resita, teil. Für seine Verdienste um die deutsche Minderheit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

(KK)

 

Eine Vorstellung von dem, was heißes Bemühen bedeuten mag: Stahlarbeiter beim Anstich eines Hochofens in Reschitz, 1938
Bild: Museum

Der „Kreuzritter im Staube“

Montag, 25. Februar 2019

„Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung“ im Haus Schlesien

Vor dem historischen Hintergrund, dass am 11. November 1918 die deutschen Vertreter in Compiègne den Waffenstillstandsvertrag unterzeichneten und damit das Ende des Ersten Weltkrieges besiegelten, eröffnete Haus Schlesien von Königswinter auf den Tag genau nach 100 Jahren die Sonderausstellung „Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung“.

Der am 28. Juni 1919 vorgelegte Versailler Vertrag hatte für Deutschland und ganz Mitteleuropa weitreichende Folgen. Neben der Volksabstimmung in Oberschlesien sah er auch die Abtretung von Teilen der Kreise Groß Wartenberg, Militsch, Guhrau und Namslau an das wiedererstandene Polen sowie des Hultschiner Ländchens an die neugegründete Tschechoslowakei vor.

Dieter Göllner (KK)

 

Heute heißt das „breaking news“: die Kulturreferentin Silke Findeisen vom Haus Schlesien präsentiert die Originalausgabe der „Breslauer Neuesten Nachrichten“ vom 10. November 1918 mit dem Artikel „Die Revolution in Berlin“
Bild: der Autor

Sozioökonomisches Ei des Kolumbus

Montag, 25. Februar 2019

Mehr oder minder freiwilliger Arbeitsdienst – eine bulgarische Erfindung

Bulgaren gelten als russophil, sind es aber nur so lange, wie Moskau die rote Linie respektiert, die 1881 Dragan Cankov (1828–1911) zog. Dieser Liberale war einer der Gründungsväter des modernen Bulgarien, in dem er keine Russen sehen wollte. Die hatten den russisch-türkischen Krieg 1877/78 gewonnen, mit Hilfe bulgarischer Freischärler, führten sich danach aber in Bulgarien so selbstherrlich auf, dass Cankov sich beim Zaren beschwerte: „Halten Sie russische Offiziere aus unseren Ämtern fern. Wir wollen von Ihnen weder den Honig noch den Stachel!“

Wolf Oschlies (KK)

 

Monolithisches Selbstbewusstsein in Beton: Kulturpalast in Sofia
Bilder: Südwest-Verlag

Ein Fenster mit Blick auf die Geschichte

Montag, 25. Februar 2019

Denkmal für die umgesiedelten Deutschbalten in Estland

Der estnische Privatmann Tönis Kaasik hatte die Idee, zum 100. Jahr der Selbständigkeit Estlands ein Denkmal zur Erinnerung an die umgesiedelten Deutschbalten aus Estland auf seinem Grundstück aufzustellen. Vor vielen Jahren hatte er das ehemalige Gut Sackhof der Familie von Löwis of Menar erworben.

Babette von Sass (KK)

 

Wie fern ist denn noch Europa?

Montag, 25. Februar 2019

Buchvorstellung mit Monsignore Anton Otte in Prag

In diesem Sommer kann Monsignore Anton Otte sein 80. Wiegenfest feiern und auf ein wechselhaftes Leben zurückblicken. Dieses und damit sein Wirken und sein Einsatz vor allem für die deutsch-tschechische Versöhnung ist nun in dem Buch „Fernes Europa?“ dokumentiert, das kürzlich in Prag vorgestellt wurde. Anhand von Interviews, die der Publizist Josef Beránek mit ihm führte, wird Ottes Vita ausführlich nachgezeichnet. Unterstützt wurde die zweisprachige Buchpublikation von Renovabis und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Markus Bauer (KK)

 

Zwiesprache über zweisprachige Gespräche mit dem Buch, in dem sie stehen: Anton Otte (r.) mit Josef Beránek
Bild: der Autor

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Februar 2019

Südosteuropäische Saga

Der diesjährige Hauptpreis des Georg Dehio-Buchpreises ging an den kroatischen Schriftsteller Miljenko Jergovic. Sein Roman „Die unerhörte Geschichte meiner Familie“ ist ein Meisterwerk der Erzählkunst.

Ingeborg Szöllösi (KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Februar 2019

Vor-, Nach- und Inbild

Fast fünfzig Jahre hat Theodor Fontane mit seiner eigenen Frau verbracht. Insofern ist der Titel des zu seinem 200. Geburtstag erschienenen Buches etwas reißerisch. Gemeint sind nämlich seine wichtigsten Frauengestalten in „Effi Briest“ (1896), „Frau Jenny Treibel“ (1893), „Vor dem Sturm“ (1878), dem ersten Band seiner „Wanderungen“ (1865) und „Fünf Schlösser“ (1889).

Norbert Matern (KK)

 
  Seite 1 von 2 Nächste Seite »