Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1402

Sachwalter der Erinnerung, ihrerseits vergessen

Montag, 25. März 2019

Heimat bewahren – Kultur vermitteln – Zukunft gestalten: vom „kommunikativen“ zum „kollektiven“ Gedächtnis

Seit Ende der 1980er Jahre gibt es in den „Kultur- und Kommunikationswissenschaften“ eine Diskussion über das kommunikative und das kollektive Gedächtnis und die damit verbundenen Erinnerungskulturen in der Gesellschaft. Inwieweit diese vorwiegend in der soziologischen Wissenschaftssprache geführten Diskussionen für die praktische Arbeit der zumeist ehrenamtlich arbeitenden deutschen Heimatvertriebenen Relevanz haben, die sich ihre Geschichten erzählen (Karl Schlögel), also das kommunizieren, was sie in ihrem Gedächtnis haben, um sich in ihrem Schicksal zu verstehen, steht auf einem anderen Blatt.

Klaus Weigelt (KK)

 

Vertrauen und Zuversicht von einst – sie tun not wie eh und je: Broschüre zum 25-jährigen Jubiläum des Ostdeutschen Kulturrates
Bilder: OKR

Kommunikation lebt von Partizipation

Montag, 25. März 2019

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen eröffnet ihnen ein Forum

In ihrem Koalitionsvertrag bekennt sich die Bundesregierung dazu, die im Sinne des Kulturparagraphen 96 des Bundesvertriebenengesetzes tätigen Einrichtungen der Heimatvertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten als Träger des deutschen Kulturerbes des Ostens sowie im Geiste der europäischen Verständigung für die Zukunft zu ertüchtigen und die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen zu stärken. Zur Umsetzung dieser Vereinbarung erarbeitet die Kulturstiftung derzeit, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, ein Konzept zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit, die bereits seit Jahren von den Vertriebenenorganisationen gefordert wird.

Thomas Konhäuser (KK)

 

Kollektive Konzentration auf ein kollektives Gedächtnis und das Nachdenken darüber:
Tagungsteilnehmer im Haus Schlesien Königswinter
Bild: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Russland rücke Rubel raus

Montag, 25. März 2019

Die Balten fordern Wiedergutmachung

Die Liste derer, denen der russische Präsident Putin im Frühsommer 2015 die Einreise nach Russland verbot, umfasst 89 Politiker und Prominente aus 17 europäischen Ländern. Putins Schwarze Liste liest sich wie ein Who’s who der europäischen Politszene aus postkommunistischen Jahren: drei ehemalige Premiers (G. Herhofstaat aus Belgien, A. Kubilijus aus Litauen, J. Buzek aus Polen), ein EU-Kommissar (S. File aus Tschechien), sieben Außenminister, zwei Parlamentspräsidenten, vier Chefs von Geheimdiensten, zwei Verteidigungsminister, sieben hohe Militärs, Befehlshaber oder Chefs von Nachrichtendiensten, jede Menge EU-Parlamentarier, dazu Prominente wie die Ehefrau des früheren schwedischen Ministerpräsidenten Carl Bildt und Polit-Clowns wie der Franzose D. Cohn-Bendit.

Wolf Oschlies (KK)

 

Friedlich ist allein die Landschaft des Baltikums, seine Länder haben ihren Frieden mit der Vergangenheit noch nicht gemacht
Bilder: Wikimedia

Lenzes lustiges Liedchen – Brauchtum in Schlesien

Montag, 25. März 2019

„Hinnermist und Taubamist, ei dem Hause kriegt man nischt“

Auf den ersten Verdacht bringt man diese Textzeilen mit einer Vogelkrankheit oder dem Vogelgrippevirus in Verbindung. Den Text, der dann weitergeht: „Is dos nich ne Schande / ei dam ganze Lande?“, könnte man sehr gut für die Bezeichnung einer Krankheit verwenden.

Dabei handelt es sich allerdings nach altem Brauch um die Textzeilen eines Schmähliedes zum Sommersingen in Schlesien, wenn den Kindern die Tür nicht geöffnet wurde.

Jedes Jahr wurde in Schlesien am Sonntag Lätare, dem 3. Sonntag vor Ostern, der Brauch des Sommersingens gepflegt.

Michael Ferber (KK)

 

Schon in grauer Vorzeit war die Dialektik von Heischen und Spotten Anlass für bunten Spaß – den offenbar nicht nur die Kinder hatten
Bilder: Wikimedia

Trockengefallen

Montag, 25. März 2019

„Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder“ in Greifswald

Im Pommerschen Landesmuseum Greifswald wurde die deutsch-polnische Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa Potsdam unter dem Motto „Im Fluss der Zeit / Z biegiem rzeki. Jüdisches Leben an der Oder“ eröffnet. Bei der Vernissage führten die Kuratorinnen Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach und Dr. Magdalena Gebala mit Vorträgen in die Thematik ein und begleiteten die Besucher durch die Ausstellung.

(KK)

 

Die schöne Kargheit und hohe Würde des Alltags
Bild aus der Ausstellung

Der Korse, ein Korsar des Todes

Montag, 25. März 2019

Napoleons Wüten im Osten nach Arno Surminski und Günter Müchler

Der 18jährige Martin Millbacher verfällt im Sommer 1812 dem Glanz der Großen Armee des Kaisers Napoleon. Schon einmal hatte sich das Bild der bunten Uniformen und Fahnen, der Bläser und Trommler, der begeisterten Jubelrufe „Vive l’Empereur!“ in das Gedächtnis des jungen Burschen eingebrannt, als sein Vater Anton, ein Salzburger Emigrant, ihn und seinen älteren Bruder Gregor nach Tilsit mitgenommen hatte. Dort wollte er nicht den „Antichristen“ Napoleon sehen, sondern „seinen“ Preußenkönig und dessen Frau Luise. Der aber war nicht zugelassen beim Gespräch zwischen Kaiser und Zar im Zelt auf dem Memelfloß. Verärgert fuhr Anton Millbacher mit seinen Söhnen ins heimatliche Jorate zurück.

Klaus Weigelt (KK)

 

Einstweilen mit dem Rückenwind der Geschichte einem Zenith zustrebend, der in der russischen Steppe elendig verflachen sollte: Napoleon Bonaparte hoch zu Ross und Ruhm in der Sicht des Hofmalers
Bilder: Wikimedia

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Montag, 25. März 2019

„… ich von aller Welt in wilde Waldberge verbannter einsamer Wanderer“

Der in Esslingen am Neckar geborene Ferdinand von Hochstetter (1829–1884) hatte es in Österreich zu einem bedeutenden Geologen und Naturforscher gebracht, dessen wissenschaftliche Leistungen bereits zu seinen Lebzeiten den europäischen Horizont überschritten. Unter anderem war er auch an Forschungsexpeditionen in Übersee beteiligt. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte er maßgeblich an der Schaffung der ersten geologischen Kartierung Neuseelands beigetragen – an Ort und Stelle.

Volker Strebel (KK)

 

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Montag, 25. März 2019

Europas Neu-Unordnung

Deutsch-polnische Kuratorentagung

In den vergangenen drei Jahren führte Haus Schlesien in Königswinter bereits konstruktive Kuratorentagungen zu Themen wie Flucht und Vertreibung, Heimatverlust und Entwurzelung sowie schlesische Identitäten durch. Jetzt gab es in Königswinter erneut eine deutsch-polnische Arbeitstagung. Diese fand in Anlehnung an die aktuelle Sonderausstellung im Haus Schlesien statt, „Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung.

Dieter Göllner (KK)

 

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Montag, 25. März 2019

Des Volkes eigene Feinde

Die Ungarn verurteilen die einstigen Vertreiber

Ohne politischen Streit läuft in Ungarn die kulturelle Förderung der etwa 150 000 Deutschen. So Emmerich Ritter, Abgeordneter der deutschen Minderheit im ungarischen Parlament bei der vom Ungarischen Generalkonsulat und dem Haus des Deutschen Ostens in München durchgeführten Gedenkveranstaltung für die seit 1946 vertriebenen Ungarndeutschen.

Norbert Matern (KK)

 

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Montag, 25. März 2019

Nachgelassenes nicht vernachlässigen

Dietmar Scholz beim Kulturwerk Schlesien

Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanzierte Projekt der Erfassung und Erschließung des literarischen Nachlasses von Dietmar Scholz durch die Stiftung Kulturwerk Schlesien ist nunmehr abgeschlossen. Der Maler-Poet Dietmar Scholz wurde am 15. Oktober 1933 in Kunitz bei Liegnitz geboren, wo er auch seine prägenden Jugendjahre verbrachte.

Ulrich Schmilewski (KK)

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