Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1241.

„Forschungsrichtung neu positionieren“ und noch allerhand Neues

Nach einer Zäsur, die durch Einstellung der Zeitschrift „Südostdeutsches Archiv“ entstand, wird die neue Zeitschrift von der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa, dem Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam herausgegeben. Diesen drei Institutionen ist auch die Ausrichtung in der Forschung gemeinsam, in deren Mittelpunkt Geschichte und Kultur des multiethnischen Raumes Südosteuropa mit besonderer Berücksichtigung der seit dem Mittelalter entstandenen deutschen Siedlungsregionen steht. Den Herausgebern des Jahrbuches, Mathias Beer, Harald Heppner, Gerhard Seewann und Stefan Sienerth, geht es laut Editorial dabei darum, „diese Forschungsrichtung neu zu positionieren, neue Konzepte zu erarbeiten und die gewonnenen Ansätze in eine referierte Zeitschrift einzubringen“. Als eine „interdisziplinär und vergleichend ausgerichtete … offene Werkstatt der Forschung über Geschichte und Kultur der Deutschen und ihrer Siedlungsgebiete im südöstlichen Europa“, soll, wie es im Editorial weiter heißt, „dieses Forum gruppenübergreifend und transnational“ gestaltet werden. Der wissenschaftlich wie politisch fragwürdige Raumbegriff „Südost“ sei, wie die Herausgeber erläutern, durch das Begriffspaar „Danubiana Carpathica“ ersetzt worden, das auch den räumlichen Schwerpunkt mit dem Einzugsgebiet der Donau und der Gebirgskette der Karpaten umschreibt. Das Jahrbuch möchte das Netzwerk von Fachleuten der geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen unterstützen, die damit befaßt sind, die sowohl von Austausch als auch von Abgrenzung und Konflikten bestimmten historischen und kulturellen Prozesse in diesem Raum aufzuarbeiten. Sie werden eingeladen, Beiträge in der neuen Zeitschrift zu veröffentlichen.

Der vom Historiker Gerhard Seewann redigierte Band 1 (48) 2007 des Jahrbuches „Danubiana Carpathica“, das das „Südostdeutsche Archiv“ 1 (1957) – 47 (2004) fortsetzt, präsentiert sich als umfassender, über 400 Seiten starker Studienband. Er ist auf das Schwerpunktthema „Deutschsprachige Universitäten in ihrer Wirkung auf Südosteuropa 1850–1940“ ausgerichtet und diskutiert „Fragen an einen Neuanfang“ im Forschungsgebiet sowie weitere „Probleme der Forschung“. Hochschullehrer und Forscher aus Bulgarien, Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, der Slowakei sowie aus Slowenien, der Ukraine und Ungarn zählen zu den Mitarbeitern.

Anfragen und Beiträge sind zu richten an die Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa, c/o Mohlstraße 18, D-72074 Tübingen, mathias.beer@idgl.bwl.de

Danubiana Carpathica. Jahrbuch für Geschichte und Kultur in den deutschen Siedlungsgebieten Südosteuropas. Band 1/2007, Oldenburg Verlag, München, 416 Seiten, 49,80 Euro

(KK)

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