Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1241.

„Natur- und Kulturstrom“

Willy Sinn entdeckt die Oder mit der Kamera

Wer kennt nicht den sagenumwobenen Mittelrhein mit seinen Burgen, wer nicht die Hymnen auf die blaue Donau? In zahlreichen Bildbänden, touristischen Reiseführern und Fernsehsendungen werden die Schönheit dieser Flüsse und die Kulturleistungen ihrer Anwohner aufgeführt. Aber wer kennt die Oder? Ihre periphere Lage an der Grenze zu Polen, ihre fehlende wirtschaftliche Bedeutung und die mangelnde touristische Infrastruktur haben dazu beigetragen, daß sie kaum bekannt ist. Einzig die Hochwasser 1997 und 2003 haben sie vorübergehend ins Bewußtsein der Bevölkerung gebracht.

Wie vielfältig die Oder ist, zeigt bis zum 26. August 2007 eine Ausstellung im Haus Schlesien. Der international erfahrene Expeditionsfotograf Willy Sinn ist im Sommer 2006 an der Oder entlang bzw. streckenweise auf ihr von Frankfurt/Oder hinauf nach Cosel und auf dem Gleiwitzkanal bis nach Gleiwitz gereist und hat seine Eindrücke in faszinierenden Bildern festgehalten.

Willy Sinn wurde 1960 in Unterfranken geboren, seit den 1990er Jahren nimmt er an Extrem-Expeditionen teil, bei denen er mit der Kamera die Menschen und die Natur in allen ihren Facetten festhält. Nicht nur bei Expeditionen nach Afrika und Asien jedoch entdeckt der Fotograf Landschaften, natürliche und vom Menschen geschaffene, die er dem Betrachter mit Hilfe seiner Kamera unter einem völlig neuen Blickwinkel präsentiert.

Bereits im Jahr 2005 hat das Haus Schlesien seine Ausstellung „Schlesische Variationen“ mit eindrucksvollen Fotos aus dem oberschlesischen Industrierevier gezeigt. Die aktuelle Ausstellung präsentiert die Oder als Natur- und als Kulturstrom. Ihre ursprüngliche landschaftliche Schönheit, die teilweise unberührte Natur wird ebenso dargestellt wie die Silhouetten bekannter schlesischer Städte, Häfen und Schleusen. Sinn hat dabei sowohl interessante technische Details fotografiert, wie er auch den Blick auf das Ganze gerichtet hat.

Dieses breite Spektrum zeigt die Vielfältigkeit des Flusses und soll dadurch anregen, ihn (neu) zu entdecken. Wer die Oder bisher nur als „Hindernis“ wahrgenommen hat und seinen Blick ausschließlich auf Brücken und Fähren gerichtet hat, wird vor allem durch die vom Schiff aus fotografierten Motive eine neue Perspektive gewinnen. Die Ausstellung ist vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert worden und wird im Anschluß in weiteren Institutionen in Nordrhein-Westfalen und Schlesien gezeigt werden.

(KK)

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