Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1268.

„Zur Freiheit befreit“

Was tautologisch klingt, ist beileibe kein Gemeinplatz und erst recht keine Selbstverständlichkeit, weiß man bei „Renovabis“

Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems erinnerte Renovabis, das Hilfswerk der deutschen Katholiken für Ost- und Mitteleuropa, bei seinem Partnerschaftstreffen auf dem Domberg von Freising an „Aufbrüche und Umbrüche“, die Licht- und Schattenseiten der Entwicklungen im Osten Europas. 32 Millionen Euro wurden 2008 für 924 Projekte ausgegeben. Neu ist „Go east“, ein katholisches Förderprogramm für Begegnungen mit den Ländern Mittel- und Osteuropas. „Zur Freiheit befreit“ heißt das Leitwort der Pfingstaktion 2009.

Für Professor Peter Maser aus Münster war die Gründung von Renovabis die Antwort auf die Vision des Papstes aus Polen, der bei seinem ersten Besuch in seiner Heimat von der Erneuerung „dieser“ Erde sprach. Moskau erkannte das folgerichtig als Kampfansage. Maser skizzierte einen umfassenden Werteverlust bei der Jugend im Osten, verbunden mit einer „sozialen Unempfindlichkeit“. Zu beobachten sei eine „vaganbundierende Religiösität“. Im Bewußtsein aber bleibe die verfolgte und geschändete Kirche durch die Kraft der Großmütter.

Im  Vordergrund des Partnerschaftstreffens standen die Entwicklungen in Polen, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine. Aufmerksam gemacht wurde auf die Situation der Flüchtlinge in Georgien. Derzeit hat Renovabis allein in Tiflis vier Hilfsstellen. Die Partner von Renovabis und der Gemeinden im Osten berichteten über ihre Erfahrungen und vielfach geleistete Hilfe.

Die Dogmatikprofessorin Monika Walus aus Warschau beklagte das Fehlen von Laienstrukturen und die geringe kirchliche Präsenz in den Medien Polens. „Mir brennt das Herz, wenn ich die vielen kirchlichen Bildungshäuser in Deutschland sehe – das haben wir nicht.“ Obwohl Polen von den ehemaligen Ostblockstaaten mit am besten dastehe, liege es im internationalen Vergleich an letzter Stelle bei der Unterstützung von Familien.

Polnische Jugendliche gehen gern auf Klassenfahrt nach Deutschland, umgekehrt besteht ein Defizit. Die Arbeitsgemeinschaft KAB/Kolping in Wipperfürth bemüht sich um ein Treffen von polnischen und russischen Jugendlichen aus den beiden Teilen des ehemaligen Ostpreußen.

Norbert Matern (KK)

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