Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1261.

Alle sind wir Minderheiten, mehr oder minder

Im Münchener Presseclub stellten die beiden Herausgeber, die Professoren Christoph Pan und Franz Matscher, und Chefredakteurin Beate Sybille Pfeil das neue „Europäische Journal für Minderheitenfragen“ vor. Die Vierteljahresschrift erscheint im Springer Verlag Wien – New York in Deutsch und Englisch und enthält jeweils die drei Rubriken: wissenschaftliche Beiträge, Chronik für Aktualitäten, Informatives und Dokumentation sowie Rezensionen. Der Preis beträgt pro Jahr 198 Euro zuzüglich Versandkosten und Mehrwertsteuer. Verlagsort ist Wien.

Die neue Zeitschrift versteht sich nicht als Konkurrenz zu „Europa Ethnika“, zumal sich diese Publikation jetzt nicht mehr nur mit Minderheitenfragen beschäftigt.

In Europa gibt es noch 30 Staaten, die EU-Recht in nationales Recht umsetzen müssen. Wie kompliziert das ist, liegt auf der Hand, wenn 350 Minderheiten ihr Recht auf Sprache, Unterricht und Chancengleichheit gesichert sehen wollen. Unter Minderheiten verstehen die Wissenschaftler Sprachgemeinschaften, deren Muttersprache eine andere ist als die jeweilige Staatssprache im angestammten Wohnsitzstaat. Politisch aktuell ist die Frage besonders in Lettland und im Kosovo.

Bernd Posselt MdEP wies als Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe bei der Präsentation der neuen Zeitschrift auf die erfreulich effiziente Arbeit der Arbeitsgruppe Minderheitenrecht im Europäischen Parlament und die Wiener Tradition hin, nach der bereits 1867 „alle Volksstämme des Reichs gleichberechtigt“ waren. Posselt: „Auf europäischer Ebene sind wir alle Minderheiten.“

Norbert Matern (KK)

Europäisches Journal für Minderheitenfragen. Wien 2008, 89 S. Zu bestellen: Springer Verlag, Sachsenplatz 4–6, 1201 Wien, Fax 01-3302426-62, www.springer.at

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