Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1401.

An der schönen kulturellen Donau

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert Projekte, darunter jene des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm

Museumsführung sollte allerhand sein, nur nicht museal, sondern lebhaft und lebensnah – wie es eine Kustodin des Donauschwäbischen Zentralmuseums überzeugend demonstriert
Bilder: Museum

In den ersten Januartagen meldete Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, dass herausragende Projekte im Bereich der kulturellen Vermittlung und Integration mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert werden und dass die entsprechenden Modellvorhaben ausgewählt worden sind. Es geht um Kultureinrichtungen mit den Schwerpunktthemen kulturelle Bildung für junge Menschen, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Vermittlungsarbeit in ländlichen Gebieten oder Diversitätsentwicklung im Kulturbetrieb.

Dazu sagte die Kulturstaatsministerin: „Mit dem Förderprogramm möchten wir vor allem die Kulturinstitutionen unterstützen, die mit ihren identitätsstiftenden und breit gefächerten Projekten maßgeblich dazu beitragen, dass in unserem Land Zusammenhalt in Vielfalt gelingen kann. Dafür brauchen wir so wegweisende und integrierende Modellvorhaben wie z. B. ‚Die Kinderkonferenz‘ des KlangNetzes Dresden, in dem Kinder gemeinsam ein Oratorium erarbeiten, das ihnen eine behutsame und kreativ-schöpferische Auseinandersetzung mit den Themen Krieg, Flucht und Vertreibung ermöglicht. Unsere Kultureinrichtungen sind dafür prädestiniert, möglichst vielen Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen – unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildung oder Herkunft. Wir brauchen die integrative Kraft der Kultur gerade in Zeiten wie diesen, in denen Vielfalt zwar vielfach als bereichernd, aber von manchen eben auch als große Herausforderung wahrgenommen wird.“

Das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm ist eines der Häuser, es hat sich im vergangenen Herbst mit dem Projekt „Kulturelle Vielfalt im Donauraum. Vermittlung – digitale Angebote – internationales Netzwerk“ um Teilhabe in dem neu ausgeschriebenen Förderprogramm des Bundes beworben. Im Januar 2019 teilte Staatsministerin Grütters dem Museum mit: „Ihre Idee hat mich sehr überzeugt und sie entspricht meinen Schwerpunkten, wonach kulturelle Vermittlung, Integration und Diversitätsentwicklung zentral sind für eine zukunftsgerichtete Kulturpolitik.“ Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert das Projekt in den Jahren 2019 bis 2022 mit insgesamt 220 000 Euro.

Ei, wie gut, dass niemand weiß … So heißt es beim Rumpelstilzchen, an dem Spinnrad in Ulm aber sieht man das anders

Das DZM wird in den nächsten vier Jahren neue Vermittlungsformate entwickeln und erproben, denn das Museum steht vor der großen Aufgabe, die Geschichte der deutschen Minderheiten im Südosten Europas an gesellschaftliche Gruppen zu vermitteln, die keine biografischen Bezüge zu den Donauschwaben oder anderen Deutschen in jener Ecke Europas haben.

Erreichen will das DZM mit dem Projekt eine lebendige und lebensnahe Vermittlung donauschwäbischer Geschichte an die Nachfolgegenerationen der Flüchtlinge, Vertriebenen und Spätaussiedler, sowohl im Museum als auch mittels digitaler Angebote, die Erschließung neuer Besucherschichten, die Entwicklung und Bereitstellung von digitalen und interaktiven Angeboten zur Geschichte der Donauschwaben, etwa eines virtuellen Museumsrundgangs oder eines Mediums zur Online-Objektrecherche, um das Angebot des DZM auch außerhalb Ulms zugänglich zu machen, aber auch die Konzeption, den Aufbau, die Erprobung und Verbreitung von Angeboten zu Geschichte und Gegenwart in sozialen Netzwerken und klassischen AV- und Printmedien. Damit verbunden soll auch die Außendarstellung und die Öffentlichkeitsarbeit neu organisiert und zukunftsfähig gemacht werden.

Hinzu kommt, dass das Vorhaben die inhaltliche und gestalterische Aktualisierung und Modernisierung der Dauerausstellung ergänzt, die parallel dazu durchgeführt wird. Für die Entwicklung von neuen Vermittlungsangeboten wird für die Dauer von vier Jahren eine Projektstelle für eine/n Kulturmanager/in besetzt werden.

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt mit dem Förderprogramm auch das Westpreußisches Landesmuseum in Warendorf bei „Ausbau und Stärkung der musealen Vermittlungsangebote“.

D. G. (KK)

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