Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1371.

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Franz-Werfel-Menschenrechtspreis für Freya Klier

Die in Berlin lebende Schriftstellerin und Filmregisseurin Freya Klier ist von der Stiftung seite_16_KK1371Zentrum gegen Vertreibungen mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2016 ausgezeichnet worden. Der Preis wird jedes zweite Jahr verliehen und ist mit 10 000 Euro dotiert. Unter den bisher sieben Preisträgern sind auch die 1953 im Banat/Rumänien geborene Schriftstellerin Herta Müller und Karl Schlögel, der 1948 im Allgäu geborene Emeritus für Osteuropäische Geschichte an der Universität Frankfurt/Oder.

Freya Klier, die 1968 wegen „Republikflucht“ in der DDR verhaftet wurde, hat 1970 bis 1975 an der Theaterhochschule Leipzig Schauspiel studiert und am Staatstheater Dresden ihre praktische Ausbildung erfahren. Als Bürgerrechtlerin, die von der Staatssicherheit wegen ihrer Kritik an der DDR ständig bedroht wurde, stellte sie am 22. Februar 1988 einen Antrag auf Ausreise und wurde nach Westberlin abgeschoben.

Unter ihren Veröffentlichungen, darunter elf Bücher und sieben Filme, sind zwei, die die Jury des Preises besonders gewürdigt hat: der Film „Verschleppt bis ans Ende der Welt. Ostdeutsche Frauen auf Spurensuche in Sibirien“ von 1993 (Buchfassung 1996) über verschleppte Frauen aus den deutschen Ostgebieten, die zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden, und das Buch „Wir letzten Kinder Ostpreußens: Zeugen einer vergessenen Generation“ (2014) über sieben Kinder, die noch heute unter dem leiden, was sie zum Kriegsende 1945 erlebt haben.

Die Preisverleihung findet am 6. November in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt.

Jörg Bernhard Bilke (KK)

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