Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1274.

Antikes und Aktuelles surrealistisch montiert

Retrospektive von Ion Stendl in Ulm

„Ich befinde mich ständig mitten in einem Spiel, in dem die Objekte und Bilder unserer umgebenden Realität mich obsessiv durch Analogie und Traum zur Erfindung einer anderen Wirklichkeit führen."

Mit diesem aussagekräftigen Zitat bringt Ion Stendl den Kern seines künstlerischen Schaffens zum Ausdruck. Dem bedeutenden Künstler aus Rumänien ist derzeit eine Sonderausstellung des Donauschwäbischen Zentralmuseums (DZM) Ulm gewidmet. Ion Stendl wurde 1938 in Reschitza geboren, besuchte nach dem Abitur die Kunsthochschule in Bukarest, wo er später auch arbeitete. Er war u.a. als Professor und Dekan der Kunstakademie tätig.

In der von Martin Rill kuratierten Werkschau aus vier Jahrzehnten ist eine repräsentative Auswahl von mehr als 60 Werken des Malers zu sehen, der übrigens im vergangenen Jahr seinen 70. feierte. Die Retrospektive ist bis zum 14. Juni zu besichtigen.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung fällt dem Besucher beim Anblick der Gemälde, Zeichnungen und Collagen auf, daß bei Ion Stendl der menschliche Körper – den er malerisch und zeichnerisch analysiert – im Mittelpunkt steht. Das spiegelt sich vor allem in der beeindruckenden Qualität seiner Zeichnungen wider. Dabei greift er auf Motive der abendländischen Malerei zurück, die durch Mittel der surrealen Verfremdung eine Fusion mit Ideen und Techniken der modernen Kunst eingehen. Seine Themen findet er auch in der Mythologie der Antike, den Bildwerken des alten Roms und Griechenlands – was nicht zuletzt in einigen surrealistisch anmutenden Bildkompositionen zu erkennen ist.

Ion Stendl baut mit seinen Kunstwerken eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, die dem Betrachter völlig neue Perspektiven auf Altbekanntes gewährt. Zur Ausstellung ist die Broschüre „Ion Stendl – Retrospektive" erschienen.

D. G. (KK)

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