Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1274.

Botschafter des klaren Wortes

Der Gesandte der Slowakei, Ivan Korcok, spricht im Landtag von Nordrhein-Westfalen

Landtagspräsidentin Regina van Dinther und CDU-Abgeordneter Horst Westkämper konnten den Botschafter der Slowakei, Ivan Korcok, im NRW-Landtag begrüßen. Er sprach über die am 1. Januar 2009 in der Slowakei erfolgte Einführung des Euro und betonte dabei die Vorteile für beide Staaten. Deutschland ist Handelspartner Nummer eins für die Slowakei, und die Handelsbeziehungen werden dadurch erleichtert, weil unter anderem Wechselkursschwankungen entfallen. Die Slowakei mit 52 Prozent Exportanteil in die EU-Länder ist jetzt auch währungsmäßig an den Binnenmarkt angeschlossen.

Das Land ist durch diese Maßnahmen auch politisch aufgewertet, da man unter anderem einen Sitz in der Europäischen Zentralbank erhält. Innenpolitisch wurde gleichzeitig gegen Preiserhöhungen gearbeitet, nur der Urlaub von Touristen wird dadurch etwas teurer. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise zeigt sich jedoch auch in der Abschwächung des Wirtschaftswachstums von 8 Prozent auf ca. 2 Prozent, da das Land mit seiner exportorientierten Wirtschaft auch vom Weltmarkt abhängig ist.

Botschafter Korcok bedankte sich ausdrücklich für die deutsche Hilfe bei der Gaskrise, die die zeitweise Abschaltung von rund 1000 Unternehmen verursacht hatte. In dem in vorzüglichem Deutsch gehaltenen Vortrag unterstrich er auch das Interesse der Slowakei daran, daß die Nachbarn Ungarn und die Tschechische Republik, die zur Zeit mit der Abwertung ihrer Währungen zu kämpfen haben, diesem Schritt folgen.

In der Diskussion wurden auch die Benes-Dekrete und das Verhältnis zu den Minderheiten angesprochen. In klaren Worten verurteilte der Botschafter die Kollektivbestrafungen durch die Benes-Regierung. Die Slowakei habe sich schon 1991 für die Vertreibung der Karpatendeutschen entschuldigt, der Staat habe die Aufgabe, die Identität der nationalen Minderheiten zu bewahren.

Rüdiger Goldmann (KK)

«

»