Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1281.

Breslauer Jahrhunderthalle im Dienst deutsch-polnischer Gegen- wart

Am 12. September fand in der Jahrhunderthalle auf dem Breslauer Ausstellungsgelände das III. Kulturfestival der deutschen Minderheit in Polen unter der Schirmherrschaft des polnischen Innenministers Grzegorz Schetyna und des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble statt.

Ausrichter und für die Organisation verantwortlich waren der Verband deutscher Gesellschaften in Polen und die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Breslau. Schon zum dritten Mal stellten sich die in Polen verbliebenen Deutschen ihren polnischen Landsleuten vor, um somit einen Beitrag zur Verständigung und Versöhnung zu leisten. Dabei wirkt die deutsche Minderheit als authentischer Botschafter der deutschen Kultur und Lebensweise und befördert so den Dialog zwischen Deutschen und Polen.

Die Veranstaltung begann mit einer durch den Erzbischof Marian Golebiewski gelesen Messe im Breslauer Dom. Das weitere Kulturprogramm fand in der Jahrhunderthalle (Unesco-Welterbe seit 2006) statt, beginnend mit dem Verlesen der Grußworte und den Begrüßungsreden. Bis in den späten Abend folgten dann zahlreiche Vorführungen verschiedener Tanzgruppen, Chöre, Gesangssolisten und Blasorchester. Gleichzeitig präsentierten in den Gängen um den großen Hauptsaal zahlreiche Vereine und Gesellschaften aus Polen wie auch aus Deutschland ihre Arbeit und Aktivitäten um die und mit der deutschen Minderheit.

Da das diesjährige Festival in Niederschlesien ausgetragen wurde, stand diese Region mit ihrer deutschsprachigen Bevölkerung im Mittelpunkt. Aber auch die Ostpreußen und ihre Heimat waren gut vertreten. Aus dem südlichen Ostpreußen waren der Chor „Vaterhaus" und die Tanzgruppe „Rotkäppchen" aus Allenstein sowie die Tanzgruppe „Saga" aus Bartenstein angereist, um nur zwei zu nennen. Auch aus Deutschland wurden die Ostpreußen vertreten, dies übernahm das Kulturzentrum Ostpreußen aus Ellingen mit der durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen geförderten Fotografie-Ausstellung, „ Die vier Jahreszeiten in Ermland und Masuren" des Allensteiner Künstlers Mieczyslaw Wieliczko. Parallel zur Ausstellung wurde in Anwesenheit des Künstlers ein eigens für das Festival erstellter Bildband mit über 50 Fotografien vorgestellt. (Diese Publikation kann für 5 Euro über das Kulturzentrum Ostpreußen, Postfach 17, 91791 Ellingen, bezogen werden.)

Wie schon seine Vorgänger fand das diesjährige Kulturfestival regen Anklang bei den polnischen und deutschen Besuchern. Die Veranstaltung war derart gut besucht, daß sich kaum ein freier Sitzplatz in der Halle finden ließ. Für alle Aussteller und Besucher war die Veranstaltung ein gelungener Beitrag zur Verständigung und dem kulturellen Austausch.

Enrico Göllner (KK)

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