Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1264.

Brücke als Metapher und als Tat

Das 55. Jahrbuch Weichsel-Warthe wahrt eine bewährte Tradition. Themenschwerpunkt in diesem Jahrgang ist das Jubiläum der Landsmannschaft Weichsel-Warthe, die seit 60 Jahren besteht. Zum Titelthema hat der Bundessprecher Karl Bauer einen Beitrag verfaßt. Er gibt einen Einblick in das Wirken der Landsmannschaft und bietet Zukunftsperspektiven für die kommende Arbeit. Das Titelbild des Jahrbuchs verweist auf die Arbeit der LWW, die sich als „Brücke der Verständigung“ betrachtet, dementsprechend bildet eine Brücke das Hauptmotiv der Umschlaggestaltung, versehen mit einigen Fotos aus der Arbeit der Landsmannschaft.

Gefühlvoll eingeleitet wird auch dieses Jahrbuch durch das „Geistliche Wort“, das von dem wolhynischen Heimatpastor Oliver Behre verfaßt wurde.

Martin Sprungala erinnert in seinem „Nachruf für Maria Jaki“ an die verstorbene engste Mitarbeiterin ihres aus Galizien stammenden Mannes Pastor Arnold Jaki (1907–1985), den sie auch bei der Arbeit im galiziendeutschen Hilfskomitee unterstützte.

Auf das Titelthema folgen zwei Beiträge, die bei der diesjährigen Bundeskulturtagung vorgetragen worden sind. Der Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek, Wolfgang Kessler, referierte zu dem Thema „Bewahrung der Heimat für die Zukunft: Heimatsammlungen, Heimatzeitschriften, Heimatbücher“, und der Vorsitzende des polnischen Vereins Pomost, Tomasz Czabariski, stellte seine Arbeit in „Der Verein ,Pomost, ein polnischer Brückenbauer über die Gräber des 2. Weltkriegs“ vor.

Aus der aktuellen Arbeit stammen die Artikel von Ursula Brehmer, die anläßlich der 20jährigen Partnerschaft der Städte Stuttgart und Lodz eine Studien- und Begegnungsreise der LWW Baden-Württemberg nach Lodz organisiert und durchgeführt hat. Ein jüngerer Mitreisender, Hans-Werner Carlhoff, berichtet „Von der Spurensuche zu einer neuen Kultur des Miteinanders“ und wie er die deutsch-polnischen Beziehungen empfindet. Olga Schmidt schildert ihre „Reise zu meinem Geburtsort Bogdanka bei Lublin“.

Wie in den vergangenen Jahren blicken zwei Autoren einhundert Jahre zurück: Götz Urban zitiert „Aus den Posener Heimatgrüßen 1909“ seines Großvaters Arthur Rhode, und Gerhard Werner wählte etwas aus „Vor hundert Jahren – geblättert im Jahrgang 1909 der Posener Juristischen Monatsschrift“. Auch das Thema von Wilfried Gerke, „Die Posener Frage in der Weimarer Nationalversammlung“, ist einhundert Jahre her und verweist auf die Konsequenzen des Ersten Weltkriegs.

Der Bericht „Kriegsbeginn 1939 im Kreis Fraustadt“ von Martin Sprungala basiert auf den Lebenserinnerungen eines Gutsverwalters im Kreis Fraustadt. Einen eher besinnlichen Beitrag unter dem Thema „Heimatgefühle“ reichte Wilhelm Tappert ein. Nikolaus Arndt gibt einen umfassenden Einblick in die Vergangenheit seiner Siedlungsgruppe „Deutsche in Wolhynien im Verlauf der Jahrhunderte“. Thora v. Bonin beschreibt die Folgen des Fundes eines privaten Briefes. In ähnlicher Weise sieht auch Hans Kout die Geschichte. In diesem Jahr erinnern drei Autoren an die jüdischen Mitbürger von einst: Harald Schäfer, Helmut Neubach und Klaus Steinkamp. Auch kleinere, selten beschriebene Siedlungsgruppen werden im aktuellen Jahrbuch von Elfriede Eichelkraut, Ingrid Taubert und Günther Raatz vorgestellt.

Eine Kriegserinnerung greift der Postkartensammler Heinz Csallner auf. Hedwig Kreisler beschreibt „Eine Straße mitten in Polen. Die Wierzbiriska in Alexandrow“ als sentimentale Kindheitserinnerung. Ebenso Besinnliches berichten Harry Petzold und Brunhild Bethke in ihren Erinnerungen.

Martin Sprungala (KK)

Jahrbuch Weichsel-Warthe 2009. Zu bestellen gegen Rechnung (Einzelexemplar 10,50 Euro, Mengenrabatte) bei der Landsmannschaft Weichsel-Warthe, Bundesverband e.V., 65185 Wiesbaden, Friedrichstraße 35 III, Telefon 0611/379787.

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