Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1313.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Friedland: weder Friede noch Land, aber ein Neuanfang

Als Folge des Zweiten Weltkrieges verloren nach 1945 14 Millionen Deutsche ihre Heimat in Ostdeutschland und im östlichen Europa; zwei Millionen kamen bei Flucht und Vertreibung um. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Niedersachsens war im Jahr 1947 als Flüchtlinge oder Evakuierte registriert. Die Mehrzahl kam aus Schlesien. Die Geschichte der Vertriebenen und Flüchtlinge ist Teil der Geschichte Niedersachsens: Ein großer Teil der heutigen Niedersachsen sind Heimatvertriebene oder stammen direkt von ihnen ab. Das Wachstum und der Erfolg des VW-Werkes in Wolfsburg beispielsweise beruht auf dem Zuzug und der Arbeitskraft von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 ist das Thema „Flucht und Vertreibung“ verbindlich in den neuen Kerncurricula für den Geschichts- und Politikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen verankert.

Eine Tagung am 7. November in Friedland soll praktische Hilfestellung bieten, das von den Kerncurricula vorgegebene Thema für den schulischen Unterricht aufzubereiten, über die vielfältigen Möglichkeiten informieren, Filmmaterialien des ZDF für die Unterrichtsgestaltung zu nutzen, das Thema „Flucht und Vertreibung“ mit dem örtlichen Fallbeispiel Grenzdurchgangslager Friedland verknüpfen und über die Pläne des Landes für ein Museum Grenzdurchgangslager Friedland zu Flucht und Vertreibung informieren.

Das bei Göttingen gelegene Grenzdurchgangslager Friedland wurde im September 1945 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht zur Durchschleusung und ersten Betreuung von Evakuierten und Flüchtlingen eingerichtet. Friedland wurde gewählt, weil es an der Schnittstelle der britischen, amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone lag. In der Folgezeit wurden neben den heimkehrenden Kriegsgefangenen die unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen aufgenommen. Das Grenzdurchgangslager Friedland hat sich so den Namen „Tor zur Freiheit“ erworben.

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 30. Oktober 2011 an den Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler Rudolf Götz MdL Nds., Ministerium für Inneres und Sport, Clemensstraße 17, 30169 Hannover, rudolf.goetz@mi.niedersachsen.de, www.mi.niedersachsen.de.

(KK)

«

»