Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1329.

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„Leider singt er auch Opern“

In den Berliner Studios des damals größten Schallplattenproduzenten Europas wurde zwischen 1928 und 1930 die Liturgie der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin aufgenommen, mehr als 100 Platten. Unter den Interpreten befand sich auch der junge Kantor und Tenor Joseph Schmidt, der insgesamt 14 Titel teilweise in hebräischer und aramäischer Sprache sang. Um die Bedeutung dieses Schatzes, der zu den letzten musikalischen Zeugnissen einer liberalen deutsch-jüdischen Gemeinde vor dem Völkermord gehört, geht es bei einem Gesprächsabend am 27. Februar 2013 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Sie gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Sein Lied ging um die Welt. Auf den Spuren des Tenors Joseph Schmidt“, die noch bis zum 7. März 2013 in der Stuttgarter Schlossstraße zu sehen ist (in unserem letzten Heft Seite 22).

„Viele seiner Kritiker bedauerten, dass sich Joseph Schmidt auch der weltlichen Musik zuwandte“, sagt Alfred Fassbind, Leiter des Joseph-Schmidt-Archivs in der Schweiz. Er könne diese Kritik nachvollziehen angesichts der Stimmfarbe und des Nuancenreichtums, den Schmidt bei diesen Aufnahmen religiöser Gesänge beweist: „Derart eindringlich wie in diesen Gebeten wurde sein Gesang nie wieder festgehalten.“ Alfred Fassbind, der in Czernowitz geborene Düsseldorfer Konzertgeiger Paul Rosner, ein Großneffe Joseph Schmidts, und Carsten Eichenberger vom Haus der Heimat stellen die musikalische Rarität vor.

(KK)

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