Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1329.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

„Das ist doch – oder doch nicht?“
Doch, im Münchner HDO

Unter dem Motto „Kontinuum“ zeigt die Künstlerin Sieglinde Bottesch im Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München bis zum 19. April eine Auswahl ihrer jüngsten Zeichnungen und Objekte. Die gebürtige Hermannstädterin studierte am Institut für bildende Künste in Bukarest. Seit 1967 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Seit ihrer Übersiedlung im Jahre 1987 in die Bundesrepublik Deutschland lebt und arbeitet Sieglinde Bottesch in Ingolstadt. Die Hauptgebiete ihres künstlerischen Schaffens sind Handzeichnungen, Objekte und Malerei.

Zur Rezeption der aus Siebenbürgen/Rumänien stammenden Künstlerin äußerte sich Günther Köppel, Professor für Kunstpädagogik: „Wie viele Kunstschaffende, die sich aus der langen Tradition der Auseinandersetzung mit dem Sichtbaren genähert haben, entwickelt Sieglinde Bottesch ihr Selbstverständnis zunächst über das  Grafische. Und so wie sich scheinbar Realistisches abbildet, verselbständigt sich intern und peripher das Spiel der grafischen Kräfte, verabschiedet sich die Linie aus der Diktatur des Abbildens hinein in die Freiheit formaler Assoziationen, die pflanzlich und nur allzu menschlich daherkommen – nichts Organisches bleibt hier fremd. So entsteht im Betrachter ein lustvolles ‚Das ist doch – oder doch nicht?‘, ein Spiel ohne surrealen Anspruch, aber weit jenseits trivialer Diesseitigkeit.“

In den letzten beiden Jahren zeigte Bottesch ihre Zeichnungen, Grafiken und Objekte im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim sowie im Veranstaltungsraum der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in München. Der Bundeskulturreferent Hans-Werner Schuster hob die „Lust am Experimentieren“ sowie den „überbordenden Schaffensdrang“ hervor, mit denen die Künstlerin in den letzten Jahren neue Bereiche bildender Kunst erschlossen habe. „Nicht nur im übertragenen, sondern im wortwörtlichen Sinne hat sich Sieglinde Bottesch, die  zuerst als Malerin, danach auch als Grafikerin und Zeichnerin reüssierte, eine neue Dimension zu eigen gemacht – die dritte – in Objekten und Plastiken im öffentlichen Raum.“

Die bereits etablierte Reihe Erzählcafé des Hauses findet am 7. März und am 25. April in der Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO statt. Gesprächspartner von Dr. Renate von Walter sind Dr. Peter Becher, Geschäftsführer des Adalbert Stifter Vereins München, und Samuel Raz, ein ehemaliger HDO-Praktikant, sein. Für Interessenten von Lesungen mit Musik ist die dem 225. Geburtstag von Joseph von Eichendorff gewidmete Veranstaltung am 7. März empfehlenswert, in der Wolf Euba Texte des Romantikers rezitiert. Den musikalischen Part des Programms übernehmen Esther Schöpf, Violine, und Norbert Groh, Klavier. Die vom Adalbert Stifter Verein in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum und mit dem HDO organisierte Lesung von Pavel Kohout ist für den 14. März im Sudetendeutschen Haus vorgesehen. Der Autor liest aus seinen Memoiren „Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“. Im Rahmen eines Konzertes bringen am 12. April Heidi Ilgenfritz und Andrea Stöger auf Hackbrett und Harfe Werke von Mozart, Vivaldi sowie Leistner-Mayer zu Gehör. Als Höhepunkt des Kulturprogramms im ersten Vierteljahr gilt die von Dr. Meinolf Arens moderierte Tagung „60 Jahre Bundesvertriebenengesetz BVFG“, die für den 19. April anberaumt ist.

Am 27. April lädt das HDO zum Tag der offenen Tür ein. Im Rahmen von Führungen und einer Foyerausstellung über die Geschichte der Karpatendeutschen können die Besucher das Haus näher kennenlernen. Das Stöbern auf dem Bücherflohmarkt des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens e. V. ist sicherlich eine willkommene Abwechslung.

Tradition und Pflege des Kulturerbes stehen im Münchener HDO auch in diesem Jahr im Fokus. So wird die umfangreiche Kurstätigkeit mit bewährten und neuen Workshops fortgesetzt. Es geht u. a. um „Spitzenklöppeln“ mit Marie-Luise Kotzian, Elisabeth Schmidt und Carola Spörk, um „Schlesische Weißstickerei“ mit Elisabeth Bräuer, um „Schlesische Bauernmalerei“ mit Brigitte Vrecko. Waltraud Valentin und Erika Weinert bieten Workshops zur Fertigung von „Böhmerwälder Perleneiern“ bzw. von „Böhmischem Perlen-Christbaumschmuck“ an. Guter Resonanz erfreut sich auch das Offene ostdeutsche Liedersingen mit Roswitha-Maria Thomalla. Die Termine zu den jeweiligen Angeboten sind beim HDO zu erfragen.

(KK)

«

»