Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1309.

Bücher und Medien

Das Grauen ist nie zu Ende gedacht

Zum 70. Jahrestag des Überfalls des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion erinnern die Herausgeber an dieses den Zweiten Weltkrieg entscheidende Ereignis und dokumentieren einige russische, ukrainische und weißrussische Schicksale von den insgesamt 27 Millionen Menschen, die von 1941 bis 1945 in den eroberten und besetzten Gebieten gewaltsam zu Tode kamen, nicht gerechnet die drei von fünf Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die in deutscher Gefangenschaft umkamen, 60 Prozent.

Die Opfer der westlichen Alliierten in deutscher Gefangenschaft beliefen sich auf 3,5 Prozent, ein klares Zeichen einer bewußten Weigerung der Wehrmacht, die sowjetischen Gefangenen nach völkerrechtlichen Standards zu behandeln. Sie starben an Hunger, Kälte und Seuchen, da sie nur unzureichend ernährt, untergebracht und medizinisch versorgt wurden.

In der Einführung heißt es: „Bis zum heutigen Tag sind die verbrecherischen Dimensionen der deutschen Kriegsführung im Osten im öffentlichen Bewusstsein Deutschlands kaum verankert. Die deutsche Erin-
nerung ist durch ‚Stalingrad‘ als Symbol für Verwüstung und Tod, Niederlage und Gefangenschaft der deutschen Soldaten geprägt. An die vergessenen Opfer des Vernichtungskrieges auf sowjetischer Seite soll diese Broschüre erinnern.“

Die Broschüre begleitet die Ausstellung „Juni 1941 – Der tiefe Schnitt“, die vom Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst vorbereitet wurde und als Wanderausstellung in Deutschland, der Russischen Föderation und anderen europäischen Ländern zu sehen sein wird. Die sehr aufschlußreiche Broschüre enthält Illustrationen, eine Übersichtskarte „Mitteleuropa im Zweiten Weltkrieg“ und eine Auswahlbibliographie.

(KK)

Museum Berlin Karlshorst und Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.): Aus dem Schatten der Erinnerung. Vergessene Opfer des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion. Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 38 Seiten. Berlin 2011.

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