Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1368.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Normalfall Migration?

Zu den Dimensionen der Normalität

Vom 7. bis zum 9. Juni 2016 veranstalten das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und das Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau/Wrocław in Kooperation mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück, der Stadt Dresden und der Stadt Breslau/Wrocław eine Podiumsdiskussion und Tagung unter dem Titel „Normalfall Migration? Kulturelle, historische und aktuelle Dimensionen“. Orte: Dresden, Deutsches Hygiene-Museum (7. Juni), Kulturrathaus Dresden (8. Juni), Breslau/Wrocław (9. Juni).

Europa ist geprägt von Migrationen und ihren Folgen: Während des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesausbaus zogen Kolonisten über den Kontinent, außerdem Glaubensflüchtlinge auf der Suche nach Religionsfreiheit, im 20. Jahrhundert waren im Kontext der beiden Weltkriege und zuletzt des Balkankriegs der 1990er Jahre Millionen Menschen von Flucht und Vertreibungen betroffen. Gegenwärtig ist Europa vor die Aufgabe gestellt, einer großen Zahl von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und aus Afrika Aufnahme und eine Perspektive zu bieten.

Der transnationale Blick auf Migrationsbewegungen der Vergangenheit und auf die damit verbundenen kulturellen und sozialen Phänomene und Praktiken eröffnet Perspektiven für den Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart.

Die Tagung soll historische und aktuelle Migrationsbewegungen und -erfahrungen miteinander in Bezug setzen, damit übergreifende Paradigmen sichtbar werden: Voraussetzungen und Auslöser von Migrationen, Erfahrungen von Fremdheit und hybrider Identität, Antimigrationsbewegungen und -allianzen in den Zielgesellschaften, soziale und kulturelle Praktiken der Integration, Phänomene des Kulturtransfers und -austauschs. Eine derart differenzierte Betrachtung der Kontexte soll die Wahrnehmung der aktuellen Zuwanderung als krisenhafte Ausnahmesituation relativieren, damit man zu einer Versachlichung der polarisierten Diskussion über deren kulturelle, gesellschaftliche und politische Folgen gelangt. Indem die Fragestellungen im deutsch-polnischen Diskurs und damit transnational erörtert werden, wird auf zwei Gesellschaften Bezug genommen, die in Vergangenheit und Gegenwart in besonderer Weise von Migrationserfahrungen betroffen waren und sind.

Adressaten sind insbesondere mit aktuellen Migrationsfragen befasste Multiplikatoren im Kulturbereich: Vertreter von Bildungseinrichtungen, Medien sowie Religionsgemeinschaften; für Diskussionen und für den Austausch über Erfahrungen, Wünsche und Strategien wird ausreichend Gelegenheit geboten. Der Konferenzbesuch steht auch der interessierten Öffentlichkeit frei. Das Tagungsprogramm und das Programm der Podiumsdiskussion am 7. Juni im Deutschen Hygiene-Museum Dresden sind einzusehen unter www.bkge.de/Veranstaltungen/Kalender, Anmeldungen unter Telefon +49 441 96 19 5-0 oder bkge@bkge.uni-oldenburg.de.

(KK)

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