Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1368.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Was machen Sprachen mit Dichtern?

Rafał Biskup (Hg.): Schlesien – Grenzliterarisch. Studien zu deutsch-polnischen Kulturtransferprozessen (Studien zum deutsch-polnischen Kulturtransfer, Bd. 5). Universitätsverlag, Leipzig 2016, 369 Seiten, 39 Euro

Schlesien ist ein Grenzraum par excellence. Jahrhundertelang wurde diese Region durch Kulturen und Sprachen geprägt, die eine Wechselwirkung aufeinander ausübten. Einen Teil dieser komplexen Sachverhalte will dieser Band beleuchten, indem er gerade auf die problematischen und vielschichtigen Aspekte eingeht. Durch diese kritische Vorgehensweise entfaltet sich das multikulturelle Bild Schlesiens noch deutlicher.

Diesen Ansatz verfolgt der Band in vier thematisch geschiedenen Teilen. Die Beiträge des ersten Komplexes befassen sich mit Schlesiens Grenzraumcharakter an sich und gehen dabei etwa auf das Riesengebirge als Grenze in der deutschen Literatur, auf Joseph von Eichendorff oder auf die schlesische Identität als das Fehlen oder die Vielheit von Identitäten ein. Die Aufsätze im zweiten Teil sind einem konkreten Grenzraum gewidmet. Sie gelten der Region um Kreuzburg/Kluczbork und widmen sich beispielsweise der sprachlichen Situation des Kreises und dem Schriftsteller Heinz Piontek. Der dritte Komplex fragt in drei Beiträgen nach dem direkten Verhältnis der Begriffe „Grenze“ und „Peripherie“. Beschlossen wird der Band von einer Projektvorstellung der Kritisch-kommentierten Edition der Schriften Max Herrmann-Neisses in Einzelbänden.

Der Herausgeber, geboren 1983 in Kreuzburg/Kluczbork, ist Literaturwissenschaftler und seit 2012 Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Breslau/Wrocław. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen auf der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, auf der Literatur Schlesiens sowie auf der Erforschung von Grenzräumen in Literatur und Geschichte.

(KK)

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