Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1372.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Als Licht aus dem Westen kam

Wanderausstellung zur Reformation

Die Reformation in der Folge des sogenannten Thesenanschlags Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517 bildet unbestritten einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte. Vor allem erfasste diese Entwicklung rasch alle Landstriche östlich Kursachsens, in denen deutsch gesprochen wurde, und strahlte von dort auf die Nachbarländer aus. Dieser Teil Europas war ausgesprochen empfänglich für die Ideen einer Erneuerung der Kirche und einer Intensivierung des Glaubens. Polen und Ungarn etwa wurden Länder großer konfessioneller Vielfalt, Böhmen war durch die hussitische Glaubensbewegung ein Jahrhundert vorher bereits reformatorisch eingestellt. Während sich die deutschen Länder bald am Glaubensbekenntnis des jeweiligen Landesherrn zu orientieren hatten, wurde Ostmitteleuropa für geraume Zeit zu einer von Glaubensdiversität geprägten Sphäre – und dadurch auch zum Ziel vieler Glaubensflüchtlinge aus Mittel- und Westeuropa.

Aus Anlass des 500. Jahrestags des Beginns der Reformation 2017 will das Deutsche Kulturforum östliches Europa mit mehreren Wanderausstellungen dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland und in den heute betroffenen Ländern ins Bewusstsein rufen: Sieben Ausstellungsmodule, meist mehrsprachig, werden sukzessive ab Herbst 2016 präsentiert. Durch den Verweis auf das östliche Europa soll zugleich dem Themenjahr „Reformation und die eine Welt“ der Lutherdekade Rechnung getragen werden, das die europa- und weltweiten Bezüge des Reformationsgeschehens in den Mittelpunkt stellt. Die Wanderausstellung „Reformation im östlichen Europa“ besteht aus einer Überblicksdarstellung sowie sechs Regionalmodulen: Polen-Litauen und Preußenland (deutsch/polnisch), Pommern und Ostbrandenburg (deutsch/polnisch), Schlesien (deutsch/polnisch), Böhmen und Mähren (deutsch/tschechisch), Oberungarn/Slowakei (deutsch/slowenisch/ungarisch) und Siebenbürgen (deutsch/rumänisch/ungarisch).

Die ersten Stationen werden im September eröffnet, bis Frühjahr 2017 folgen alle weiteren Module. Hier eine Übersicht:

9. September 2016, 18 Uhr, Mühlhausen/Thür., Stadtbibliothek (bis 7. Oktober): Reformation im östlichen Europa – Überblick

10. September 2016, 12 Uhr, Kloster Helfta bei Lutherstadt Eisleben: Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen

18. September 2016, 18 Uhr, Lutherstadt Wittenberg, Leucorea: Reformation im östlichen Europa – Überblick

30. September 2016, Gundelsheim/N., Siebenbürgisches Museum (bis 31. Oktober): Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen

10. Oktober 2016, Berlin-Kreuzberg, evang. Emmauskirche (bis 4. November): Reformation im östlichen Europa – Überblick

13. November 2016, Berlin-Gesundbrunnen, evang. Himmelfahrtkirche (bis 2. Dezember): Reformation im östlichen Europa – Überblick

20. Oktober 2016, Hermannstadt/Sibiu, Friedrich-Teutsch-Haus (bis März 2017): Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen

10. Dezember 2016, Görlitz, Schlesisches Museum (bis März 2017): Reformation im östlichen Europa – Schlesien

Weitere Informationen unter Telefon 0331 20098-38, www.kulturforum.info.

(KK)

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