Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1372.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Starre Zeugen bewegter Geschichte

Deutsch-polnisches Heft zur Wehrarchitektur

Zu der neuen Ausstellung „Geschichte aus Stein und Beton. Befestigungen zwischen Weichsel und Memel 1700–1945“ des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen erschien nun ein 64-seitiges mehrfarbiges deutsch-polnisches Begleitheft, das die Wehrarchitektur Preußens beschreibt.

Wenn Reisende heute die Weichsel ostwärts überqueren, sind sie immer noch fasziniert von den prächtigen Bauten der Vergangenheit wie Burgen, Schlössern und Kirchen. Bei genauem Hinsehen finden sich außerdem zahlreiche Befestigungsanlagen vom 18. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Diese Hinterlassenschaften aus Stein und auch Beton sind bedeutende Zeugnisse einer bewegten Geschichte.

Im Grenzland zwischen Weichsel und Memel wurden zu allen Zeiten zum Teil mächtige Befestigungsanlagen errichtet, die das Land im Kriegsfall schützen sollten. Auch bei den heutigen polnischen und russischen Bewohnern stoßen diese Bauten oder deren Reste auf großes Interesse und werden zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Das Druckwerk erschien zu einer Ausstellung, die erstmals im November 2015 bei der Fachtagung „Das Arsenal in Osterode vor dem Hintergrund der Wehrarchitektur Preußens im 19. Jahrhundert“ gezeigt wurde. In Ergänzung des Tagungsthemas werden in der Ausstellung, die nun bereits in Thorn gezeigt wurde und die im Kleinformat in diesem Begleitheft komplett abgebildet wird, neben der Historie der einzelnen Festungsanlagen zahlreiche historische Stiche, Landkarten sowie Gegenüberstellungen von historischen mit aktuellen Fotos reproduziert.

Die Einführung enthält einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Festungen in den preußischen Ostprovinzen. Detailliert werden die Bauten an der Weichsel, in Danzig, Elbing, Marienburg, Graudenz, Thorn, Königsberg, Memel, Pillau und Lötzen bis 1945 und – wenn noch Spuren vorhanden sind – sogar bis in die heutige Zeit behandelt. Aber auch die Brückenköpfe in Dirschau, Münsterwalde, Kulm und Fordon sowie die Weichselbatterien, die Frisching-Deime-Stellung, die Heilsberger und die Drewenz-Stellung, die Lötzener Feldstellung und die Ortelsburger Waldstellung finden umfangreiche Erwähnung, wobei vielerorts noch erstaunliche Spuren sichtbar sind, die im Heft fotografisch aufgezeigt werden.

Die historische Ausarbeitung zeigt als Resümee, dass sich die Festungen in den Napoleonischen Kriegen bewährt haben und teilweise im Ersten Weltkrieg große militärische Bedeutung hatten. Die Feldbefestigungen, die im Ersten Weltkrieg noch gute Dienste leisteten, waren allerdings 1945 der Roten Armee nicht mehr gewachsen.

Das Heft erschien mit Unterstützung des Förderkreises „Ostpreußisches Jagdmuseum – Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung e. V.“ im Eigenverlag des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen. Es kann zum Preis von 8 Euro zuzüglich Porto und Verpackung bezogen werden beim Kulturzentrum, Schlossstraße 9, 91792 Ellingen, Telefon 09141-86440, oder über info@kulturzentrum-ostpreussen.de.

M. Fritsche (KK)

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