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Ausgaben: Ausgabe 1392.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

So mythisch wie polnisch

Deutsches Polen-Institut (Hrsg.): Jahrbuch Polen 2018. Mythen. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2018, 224 S., zahlreiche Abb., 15 Euro (Abo 13,50 Euro)

Wenn wir heute von politischen Mythen sprechen, meinen wir reale und imaginäre Ereignisse, Orte, Persönlichkeiten, aber auch gesellschaftliche Einstellungen, Gesten und Haltungen, die einen festen Platz in einer Gemeinschaft erworben haben und diese oft bis heute prägen. Es genügt, dass viele Mitglieder einer Gemeinschaft ihnen Bedeutung zumessen und an sie glauben und dass sich Politik, Kunst, Medien und Massenkultur auf sie beziehen, sie immer wieder benutzen, in neue Kontexte stellen. Heute entstehen bisweilen neue politische Mythen, die es möglich machen, alte zu zerstören oder dahingehend zu verändern, dass sie aktuelle Politik im Inneren wie im Äußeren legitimieren.

Die vorliegende Ausgabe des „Jahrbuchs Polen“ beschäftigt sich mit polnischen Mythen, die die gegenwärtige Politik und die Gesellschaft, aber auch Kunst und Kultur in unserem Nachbarland bestimmen. Diese Phänomene verlangen nach Kenntnis und Verständnis, nur so können sie entziffert und richtig interpretiert werden. Ausländischen Beobachterinnen und Beobachtern macht es immer wieder Mühe, sie zu ergründen und einzuordnen; das Jahrbuch soll hierfür eine Hilfe leisten.

Die Autoren belassen gegenwärtige und historische Mythen nicht ohne Kommentar, im Gegenteil, die Leser werden kompetent und ausführlich durch die Mäander polnischer politischer Mythen und Symbole geführt.

Über polnische Mythen nachgedacht und geschrieben haben u. a.: Michał Olszewski über die Kraft nationaler Symbole, Cezary Michalski über den „gestohlenen Sieg über den Kommunismus“, Przemysław Czaplinski über die „Kresy“, Paweł Kowal über den Warschauer Aufstand, Katrin Steffen über den „Antipolonismus“ der Juden, Anna Baumgartner über Mythen in der polnischen Historienmalerei und Joanna Stankiewicz über die „Mutter Polin“.

(KK)

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