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Ausgaben: Ausgabe 1350.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Selbst Hochmeister werden verbogen

Udo Arnold (Hrsg.): Die Hochmeister des Deutschen Ordens 1190–2012. Veröffentlichungen der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Bd. 6 , VDG Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2014 , 377 S., 48 Euro

Zum 70. Geburtstag des Hochmeisters des Deutschen Ordens, Generalabt P. Dr. Bruno Platter, Wien, am 21. März 2014 erschien die überarbeitete und aktualisierte Neuauflage mit den Lebensläufen der nun 65 Hochmeister des Ordens der Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem. Der Verlag gestaltete einen ansehnlichen, mit vielen Farbbildern versehenen Band, der nicht nur ein notwendiges Nachschlagewerk, sondern auch eine bibliophile Kostbarkeit ist. Eine russische Übersetzung erschien zeitgleich in Moskau.

Vier Seiten – verfasst von dem renommierten Deutschordenshistoriker Professor Udo Arnold – mit entsprechenden deutschen und polnischen Literaturhinweisen gelten dem vierten Hochmeister Hermann von Salza (1209–1239), einem Mann, der nach seinen eigenen Worten „die Ehre der Kirche und des Reiches liebt und nach beider Erhöhung strebt“. Unter ihm „wurde der Ansatz in Preußen tragend und führte zu einem eigenen Staat“, der fast dreihundert Jahre Bestand hatte. Hermann, so Arnold, wurde zu einem deutlichen Beispiel einer „gegenwartsbedingten Verbiegung historischer Traditionen“. So wurde z. B. im ermländischen Braunsberg unter den Nazis mit Blick auf die Eroberung des Ostens aus dem Gymnasium Hosianum die „Hermann-von-Salza-Schule“.

Die Biographien der Hochmeister bis zu Albrecht von Brandenburg berichten vom Wachsen, Wirken und Untergang des Deutschordensstaates. Wichtig sind auch die Lebensläufe der seit 1923 klerikalen sudetendeutschen Hochmeister Norbert Klein, Paul Heider, Robert Schälzky und Ildefons Pauler.

Ermöglicht haben die Herausgabe dieses wertvollen Buches die Geburtstagsgratulanten. In der dem Buch vorangestellten „Tabula Gratulatoria“ finden sich unter den etwa 300 Namen auch die des Ehrenritters des Ordens, Kardinal Meisner, des Familiaren Dr. Wolfgang Thüne und des ermländischen Visitators em. Dr. Lothar Schlegel.

Norbert Matern (KK)

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