Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1353.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Giftschränke hat nicht nur die Pharmazie

Jene der Geheimdienste sind „nachhaltiger“

Ein griffiger Titel soll Anreiz sein: „Aus den Giftschränken des Kommunismus. Methodische Fragen zum Umgang mit den Überwachungsakten in Südost- und Mitteleuropa“ wirbt für einen Workshop, der vom 28. bis zum 30. April 2015 in Berlin stattfindet. Als Veranstalter zeichnen das Institut für deutsche Literatur/Humboldt-Universität zu Berlin, das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität (European Network Remembrance and Solidarity, ENRS) in Zusammenarbeit mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), dem Literaturhaus Berlin, dem Nationalen Rat für das Studium der Archive der Securitate (Rumänien; Consiliul National pentru Studierea Arhivelor Securitatii/CNSAS) sowie dem Institut für das nationale Gedächtnis (Slowakei; Ústav pamäti národa/UPN), die Organisation liegt bei Michaela Nowotnick, Berlin, und Florian Kührer-Wielach, München.

Ziel der Konferenz ist es, eine kritische Zwischenbilanz der aufgrund von Geheimdienstakten der kommunistischen Regime Südost- und Mitteleuropas durchgeführten Forschung zu Minderheitenfragen zu ziehen und neue Fragen zu ihrem epistemologischen Potential aufzuwerfen. Im Mittelpunkt stehen einerseits die Diskussion methodischer Ansätze und andererseits die damit eng verbundene Frage nach den ethischen Problemen, die die Auswertung und Publikation von Geheimdienstberichten mit sich bringt. Die Behandlung und das Handeln von Angehörigen verschiedener Minderheitengruppen und ihr Verhältnis zur jeweiligen „Mehrheit“ sowie zum Staat ermöglichen, neue Forschungsperspektiven zu entwickeln.

Mit einem eng auf das Konferenzthema abgestimmten Rahmenprogramm werden zudem gesellschaftspolitische und wissenschaftsrelevante Diskurse zusammengeführt. Teil des Programms ist eine Veranstaltung für Nachwuchswissenschaftler und fortgeschrittene Studierende mit Forschungsinteresse auf diesem Gebiet, die im Anschluss an die Konferenz in den Räumlichkeiten der Behörde der BStU stattfindet. Neben einer Führung durch das Stasiunterlagen-Archiv werden Workshops in kleineren Gruppen durchgeführt, in denen die Teilnehmenden auch unter Anleitung von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Projekte präsentieren und zur Diskussion stellen können.

Interessierte werden gebeten, ein Konzeptpapier, in dem das Forschungsfeld skizziert ist (200–250 Wörter), sowie einen kurzen Lebenslauf, ggf. mit Publikationsliste, an Michaela Nowotnick (michaela.nowotnick@hu-berlin.de) oder Florian Kührer-Wielach (kuehrer@ikgs.de) zu senden. Passive Deutschkenntnisse sind unbedingt erforderlich. Diskussionsbeiträge und die Präsentation des eigenen Themas können auf Englisch erfolgen.

Der Zuschuss für die Teilnehmenden beinhaltet – vorbehaltlich der Bewilligung der Mittel – Unterkunft und Verpflegung für den Veranstaltungszeitraum und setzt die Anwesenheit und aktive Beteiligung an der gesamten Veranstaltung voraus. Die Erstattung der Reisekosten kann auf Antrag nach Maßgabe der bewilligten Mittel anteilig gewährt werden.

(KK)

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