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Ausgaben: Ausgabe 1353.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Welche Farbe hat das Frühlingswetter?

Eichendorff und Goethe in Görlitz

Zu einem zeitgenössischen und -genießerischen „Best of“ Eichendorff und Goethe lädt der Görlitzer Bergstadtverlag zusammen mit dem Literaturhaus Alte Synagoge am 227. Geburtstag Joseph von Eichendorffs, dem 10. März 2015, um 19 Uhr, in die Akademie Modus Vivendi in der Görlitzer Elisabethstraße 10–11 ein, begütigt dann aber auch gleich mit dem jahreszeitgemäßen Goetheschen „Ein rosenfarbnes Frühlingswetter“.

Hervorragende Poesie des großen Dichters aus Schlesien bringt Johann Joseph Claßen, selbst Lyriker, in einem poetischen Vortrag zum Ausdruck, blickt dabei auf Lebensstationen Eichendorffs, seine Epoche und tiefgründige Wesenszüge der Romantik. Allerdings ist das Vortragsthema, „Ein rosenfarbnes Frühlingswetter“, älter als die Romantik. Jahre zuvor hatte Johann Wolfgang von Goethe schon dieses Sprachbild in dem bekanntesten seiner frühen Liebesgedichte, „Willkommen und Abschied“, geschaffen. Die Lesung spannt also thematisch auch einen Bogen von Eichendorff zurück zu Goethe und dessen früher Poesie. Die kommt nämlich im zweiten Teil des Vortrags zu Wort, ebenfalls mit Lebensstationen, etwa der Seesenheimer Zeit, und Wesenszügen der Versdichtung Goethes. Ein Vortrag also, der Freunden nicht nur Eichendorffs, sondern auch Goethes und überhaupt allen Literaturliebhabern spannenden poetischen Genuss verspricht.

Vor einigen Jahren erschien im Bergstadtverlag ein Hausbuch mit dem „Best of“ aus Gedichten Eichendorffs. Die Gedichte hatte damals Claßen ausgewählt. Jetzt wählte er unter den vielen Gedichten und Balladen von Johann Wolfgang Goethe wiederum ein „Best of“ aus, wiederum für ein Hausbuch, das sich an den Leser von heute richtet. „Ein rosenfarbnes Frühlingswetter“ ist der Titel, unter dem es gerade beim Bergstadtverlag erscheint und bestellt werden kann.

Das aktuelle Goethe-Gedichtbuch mit dem gleichnamigen Vortrag zusammen am Geburtstag Eichendorffs vorzustellen und so die beiden jeweils ihre Epoche überragenden Dichter der Klassik und Romantik quasi zusammenzuführen, sieht Verlagsleiter Alfred Theisen auch unter der Prämisse eines reizvollen literarischen Kontrasts. Wie Goethe die gesamte Entwicklung der deutschsprachigen Literatur mehr als jeder andere prägte, so prägte Eichendorff vornehmlich die Entwicklung der Romantik. Vor allem seine Poesie, aber auch die Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ wurden weltbekannt. Die Anzahl vertonter Gedichte, die oft schon zu Eichendorffs Lebzeiten als Volkslieder galten, wurde nur von der Anzahl vertonter Gedichte Goethes überflügelt.

Johann Joseph Claßen, Dichter und Literaturzeitschriftherausgeber, 1953 im Hochsauerland geboren, 22 Jahre Hauptschulrektor in Arnsberg, lebt dort seit 1983. Seit 2005 leitet er die Partnerschaft durch Literatur Sauerland–Masuren, eine westdeutsch-nordpolnische Schriftstellerpartnerschaft, deren Intention es ist, durch Literatur zur deutsch-polnischen Verständigung beizutragen. In dieser Absicht legte er auch die Premiere seines Lyrikbandes „Die Glocken Vinetas“ (Bergstadtverlag, 2011) nach Hirschberg (Jelenia Góra) in Schlesien oder hielt 2013 den Festvortrag anläßlich des 225. Eichendorff-Geburtstags am Geburtsort des Dichters Lubowitz (Lubowice).

(KK)

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