Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1282.

Das Bauhaus auf erbaulicher Reise erleben

Das Bauhaus feiert dieses Jahr neunzigsten Gründungstag. Pünktlich zu diesem Jubiläum liegt ein Reiseführer der besonderen Art vor, ein Architekturführer auf der „Route der Moderne". Das Buch führt den Leser zu den Wirkungsstätten der einflußreichsten Architekten, die zwischen Breslau und Dessau liegen. Genannt seien hier die weniger bekannten wie Löbau, wo sich das Haus Schminke von Hans Scharoun befindet, und Niesky in der Lausitz, das geprägt ist von Holzbauten.

Eine ungewöhnliche Reise zwischen Breslau und Dessau, vom Weltkulturerbe der Jahrhunderthalle von 1913 zum Weltkulturerbe des Bauhauses aus den 20er Jahren: Dazwischen liegen zahlreiche Höhepunkte der modernen Architektur, darunter schlesische Orte wie Görlitz oder Niesky, aber auch Dresden-Hellerau, Leipzig oder Chemnitz. Fast alle großen Architekten der Moderne sind versammelt, von Hans Poelzig und Henry van de Velde über Heinrich Tessenow, Richard Riemerschmid, Hans Scharoun, Erich Mendelsohn bis zu Walter Gropius. Aber auch die Städte selbst rücken ins Blickfeld, denn schon früh haben fortschrittliche Stadtbauräte über die europäische Stadtentwicklung nachgedacht, von markanten Hochhäusern bis zum Massenwohnungsbau. Dieses Buch zeigt ein wichtiges Kapitel der Baugeschichte als origineller Reiseführer in konzentrierter Form.

Alle Städte werden mit einem Stadtplan und einer kurzen Stadtgeschichte dargestellt, bevor die moderne Architektur der jeweiligen Stadt detailliert beschrieben und durchgehend farbig bebildert wird. Leider enthält das Buch keine Landkarte, auf der die einzelnen Städte und Orte insgesamt verzeichnet sind. Ein weiteres kleines Manko ist das Format, das für einen Reiseführer etwas zu groß geraten ist. Dennoch ist das Buch ein gelungener Reiseführer für Architekturinteressierte, aber nicht nur für diese.

Michael Ferber (KK)

Gerd Kähler: Route der Moderne. Vom Welterbe Breslau zum Welterbe Dessau. Hg. Wüstenrot Stiftung. Jovis Verlag, Berlin o. J., 160 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 19,95 Euro

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