Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1289.

Das Wasser gibt der Farbe Kraft

Wolf Röhrichts eindrucksvolle Aquarelle in Königswinter

Das Werk des 1953 verstorbenen schlesischen Malers Wolf Röhricht weist eine große Vielfalt auf: Zeichnungen, Lithographien, Holzschnitte und Ölgemälde. Doch galt sein besonderes Interesse von Beginn an dem Aquarell. In seiner künstlerischen Biographie spielte es eine besondere Rolle. So entwickelte er während seiner 40jährigen künstlerischen Tätigkeit eine spezielle Technik, die seinen Aquarellen eine einzigartige Ausdruckskraft verleiht.

Der 1886 in Liegnitz geborene Röhricht begann, obwohl er schon früh eine starke Affinität zur Malerei hatte, zunächst ein Jurastudium, das er 1913 mit der Promotion abschloß. Bereits während seiner Studienzeit verbrachte er viel Zeit in der Malschule Heinrich Knirrs, und auf Studienreisen entstanden erste Aquarelle. Die Aufenthalte in Frankreich unmittelbar nach seinem Studienabschluß und die Entdeckung von Cézanne und Matisse waren für Röhricht prägend. Noch in seinen späteren Werken sind diese Einflüsse spürbar. 1913 schloß sich Röhricht der Berliner Sezession an und war bereits ein Jahr später mit drei seiner Werke auf deren Ausstellung vertreten. Seine erste Einzelausstellung folgte drei Jahre später. Seit 1926 lehrte Röhricht an der Malschule des Vereins Berliner Künstler, seit 1930 unterrichtete er im Auftrag des Kulturministeriums berufsmäßige Künstler und Kunstlehrer.

Ein großer Teil seiner im Zweiten Weltkrieg in das Stadtschloß Kuchelberg bei Liegnitz ausgelagerten Bilder ging verloren. 1945 zog Röhricht aus dem zerstörten Berlin nach Garmisch-Partenkirchen. Dort schloß er sich der Neuen Sezession in München an und wirkte im Vorstand des Münchner Hauses der Kunst am Wiederaufbau des kulturellen Lebens mit. Mehrere Reisen führten Wolf Röhricht unter anderem nach Frankreich, Italien, Ägypten, Tschechien, Norwegen und Schweden sowie in die Alpen. Die vielfältigen unterwegs gewonnenen Eindrücke vermittelt Röhricht dem Betrachter in seinen Werken. Auf seinen Reisen nach Südeuropa und Nordafrika entstanden stimmungsvolle Bilder südlicher Landschaften und Dörfer mit Szenen des täglichen Lebens. Faszinierende Ansichten der von ihm bereisten Städte sowie beeindruckende, in Skandinavien geschaffene Industriedarstellungen runden das Gesamtwerk ab. Besonders aber zogen Röhricht immer wieder die Berglandschaften in ihren Bann.

Große Teile des künstlerischen Nachlasses von Wolf Röhricht befinden sich seit über 15Jahren im Haus Schlesien und wurden bereits in mehreren Ausstellungen in Deutschland und Polen gezeigt. Die Ausstellung im Eichendorffsaal von Haus Schlesien zeigt nun bis zum 6. Juni eine Auswahl von Aquarellen aus seinem umfangreichen Werk. Um eine Vorstellung der künstlerischen Vielfalt zu geben, werden neben Reiseimpressionen auch Portraits gezeigt. Da der Eichendorffsaal auch für Veranstaltungen genutzt wird, empfiehlt es sich, einen Besuch vorab unter Telefon 02244/8860 abzusprechen.

Die überaus erfolgreiche Ausstellung wurde 2008 bereits im Kloster Leubus sowie im Regionalmuseum in Jauer und 2009 im Kupfermuseum in Liegnitz gezeigt und wird in den kommenden Monaten auch im Webereimuseum in Landeshut präsentiert werden.

(KK)

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