Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1297.

Der Dank ist Arbeit

Abschied von Eberhard Günter Schulz

Eberhard Günter Schulz gehörte für mich zu den wenigen uns noch verbliebenen großen wissenschaftlichen Persönlichkeiten aus dem früheren deutschen Osten. Er war über Jahrzehnte in vielfachen Ämtern dabei, unsere gemeinsame Heimat nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. So gehen meine Gedanken zurück an die Gespräche mit ihm und an die aus heutiger Sicht viel zu kurzen Begegnungen in Schlesien, aber auch hier in der Bundesrepublik Deutschland.

Immer wieder galt seine Sorge der Bewahrung der ostdeutschen Geschichte und Kultur. Zuletzt sprachen wir über die notwendige Fortentwicklung des Paragraphen 96 des Bundesvertriebenengesetzes. Hierzu hatte er seine mahnenden Gedanken im September 2009 in der „Kulturpolitischen Korrespondenz“ vorgetragen.

Das deutsch-polnische Verhältnis hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten wesentlich verbessert, aber es hat leider immer noch nicht den Grad voller Normalität erreicht. Zu diesem Thema habe ich deshalb seine unermüdlich erarbeiteten, in letzter Zeit seiner schweren Krankheit buchstäblich abgerungenen, von größter Sachlichkeit getragenen Veröffentlichungen immer wieder mit großer Zustimmung gelesen. Seine Gedanken werden mich in der Arbeit für unsere gemeinsame Heimat mein Leben lang begleiten.

Eberhard Günter Schulz war im besten Sinne ein Patriot. Seine Stimme fehlt schon jetzt. Er hinterläßt eine Lücke, die nicht zu schließen ist, zugleich aber Spuren, die nicht verwehen. Mein Dank an ihn ist, in seinem Sinne weiterzuarbeiten.

Horst Milde (KK)

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